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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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er dem Könige Treue geschworen. Jetzt konnte sich Heinrich gegenGregor VII. selber wenden. Mit Heeresmacht zog er diesmal überdie Alpen und führte einen von ihm aufgestellten Gegenpapst nachRom, wo er sich von diesem zum Kaiser krönen ließ. Gregor mußtebei den Normannen in Unteritalien Zuflucht suchen und starb inSalerno mit den Worten: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und dasUnrecht gehaßt, darum sterbe ich in der Verbannung." So fest war dervon der Gerechtigkeit seiner Sache überzeugt.

5. Heinrichs IV. Ende (1106). — Doch war Heinrich weit davonentfernt, mit dem Tode seines Gegners Ruhe zu finden. Die Nach-folger Gregors führten den Kampf mit allen Mitteln fort, sie wußtendurch ihre Ränke sogar Verrat in die eigene Familie des Kaisers zusäen. Sein Sohn H e i n r i ch V., ein vollendeter Heuchler, in dem dieHerrschgier alles menschliche Gefühl erstickt zu haben schien, empörtesich gegen ihn, um sich in Besitz der Krone zu setzen. Als es zwischenden beiden zur Schlacht kommen sollte, wußte der Sohn den Vaterdurch gleißnerische Beteuerungen und Eide zur Entlassung seinerMannschaft zu bewegen; dann nahm er ihn plötzlich gefangen undzwang ihn durch schmähliche Mißhandlungen zur Abdankung. Zwargelang es dem unglücklichen Kaiser, der Haft zu entkommen, under fand Aufnahme bei einem treuen Anhänger, dem Bischof vonLüttich. Schon dachte er daran, gegen den Thronräuber zu ziehen;da starb er, aufrichtig betrauert vom Volke, das er nach Kräften gegendie Willkür der Großen zu schützen gesucht hatte. Selbst im Tode fander noch keine Ruhe vor seinen Feinden. Mehrmals begraben undwieder ausgegraben, mußte die Kaiserleiche fünf Jahre lang in einerungeweihten Kapelle am Speierer Dome stehen, bis der Bann endlichvon ihr genommen und sie unter großer Pracht in die Gruft der Vätergesenkt wurde.

6. DasWormserkonkordat (1122). — Gegen den Vaterhatte Heinrich V. immer die „Freiheit der Kirche" im Munde ge-führt. Kaum sah er sich aber im unbestrittenen Besitze der Herrschaft,so nahm auch er das Recht der Investitur der Bischöfe für sich in An-spruch. Um den Bann kümmerte er sich nicht viel, er nahm sogar einenPapst mitsamt den Kardinälen in Rom gefangen. Aber viel war damit