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gehalten, ließ er die freien Verfassungen, den übrigen fetzte er deutscheVögte, die mit despotischer Härte regierten. Durch deren Miß-handlungen zum äußersten getrieben, erhoben sich aber zuletzt dieLombarden insgesamt. Sie verjagten die kaiserlichen Zwingherren,halfen den Mailändern ihre Stadt wieder aufbauen und schlössenzur Behauptung ihrer Freiheit sowohl ein enges Bündnis unter sich,als auch ein solches mit Papst Alexander III., dem zu Ehren sie eine vonihnen gemeinsame errichtete Feste Alessandria nannten. Zumfünftenmale zog Barbarossa über die Alpen, aber sein Heer war zuschwach, um den Aufstand zu bewältigen. Und siehe! als er Hilfeaus Deutschland verlangte, da weigerte sich sein mächtigster Vasall,der Welse Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern,der sein Vetter und Jugendfreund war, ihm Kriegsfolge zu leisten.Auf einer Zusammenkunft in Chiavenna soll der Kaiser den Treu-losen fußfällig um Beistand gebeten haben, alles umsonst (1176).Als hierauf Friedrich dennoch die bedeutend starkem Lombardenbei Legnano (nordw. v. Mailand) angriff, erlitt er durch die ver-zweifelte Tapferkeit der Mailänder eine völlige Niederlage; fast alleseine Ritter wurden erschlagen oder in den Tessin gedrängt. DieLombarden hatten für sich und für den Papst gesiegt. Barbarossaließ den Gegenpapst fallen, kam 1177 mit Alexander III. auf festlichgeschmücktem Platze vor der Marküskirche in Venedig zusammen,warf sich ihm vor allem Volke zu Füßen und machte seinen Friedenmit der Kirche. Den lombardischen Städten aber gab er in einemVertrage, der 1183 zu Konstanz geschlossen wurde, ihre früherenFreiheiten gegen die Anerkennung seiner Oberherrlichkeit zurück.
10. Ende Barbarossas. — Daß indes der Arm des Heldennoch immer Stärke besaß, mußte jetzt Heinrich der Löwe fühlen.Als er, von seinen Feinden beim Kaiser angeklagt, nicht erschien,um sich vor ihm zu rechtfertigen, erklärte ihn dieser in die Acht, überzogihn mit Krieg, besiegte ihn und entriß ihm seine Herzogtümer. Bayernbekam der tapfere Haudegen Otto von Wittelsbach, der Stamm-vater des heutigen bayrischen Königshauses. Das Herzogtum Sachsendagegen wurde in kleinere Fürstentümer zerstückelt; durch die Gnadedes Kaisers blieben Heinrich die wölfischen Erblande Braun schweig-