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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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einen gewaltigen Aufschwung. Allerorten entstanden neue Klöster,von denen manche die von Cluny hergestellte Zucht noch zu milde fanden.So ließ sich ein Zeitgenosse Gregors VII., B r u n o von Köln, 1084mit einigen Gefährten in der Karthause (Limrtreuse), einem wildenAlpentale bei Grenoble in Südfrankreich, nieder, um sich in der här-testen Enthaltsamkeit zu üben und in Einsamkeit und Schweigenallein Gott zu dienen. Bald erhoben sich auch anderwärts Klöster,die sich der Regel und Leitung der Karthäuser unterwarfen undmit ihnen einen neuen Mönchsorden bildeten. Wenig später ent-stand um das Kloster Citeaux (Ostsrciuni) bei Dijon der Orden derC i st e r ci e n s e r, der sich ebenfalls durch große Strenge auszeichneteund durch den Ruhm einer seines Angehörigen eine Zeitlang alleübrigen verdunkelte. Das war BernhardvonClairvaux, der,schon zu seinen Lebzeiten als wundertätiger Heiliger verehrt, größeresAnsehen genoß als der Papst, und durch die Glut seiner Rede und dieMacht seines Geistes Fürsten und Völker nach seinem Willen lenkte. —Die Volksgunst wandte diesen und andern neu entstandenen Ordenbald große Reichtümer zu, und allmählich überließen sie sich demGenusse derselben. Da erwachte zur Zeit Jnnocenz III. in demItaliener Fr an z v o n As s is i, der das Leben eines reichen Kauf-mannssohnes mit dem eines von Almosen sich nährenden Bußpredi-gers und Krankenpflegers vertauscht hatte, der Gedanke, einen neuenMönchsverein zu stiften, der es mit dem Gelübde der Armut ernstnehmen und sein Dasein nur durch Bettel fristen sollte. Fast gleich-zeitig sammelte der Spanier Dominicus Jünger um sich und ver-pflichtete sie zu ähnlichen Gesetzen. So entstanden die beiden „Bettel-orden" der Franziskaner (Barfüßer) und Dominikaner (Pre-diger), die sich mit erstaunlicher Schnelligkeit in alle Länder aus-breiteten und durch Seelsorge und Predigt einen unermeßlichenEinfluß auf die Bevölkerungen gewannen.

2. Kirchliche Wissenschaft und Kunst. — Überhaupt blühteund sproßte es um diese Zeit in allen Zweigen des kirchlichen Lebens.Bedeutende Denker suchten die kirchlichen Dogmen mit den aus lateini-schen Übersetzungen und Bearbeitungen bekannten Lehren der altengriechischen Philosophen, insbesondere des Aristoteles, in Einklang zu

Oechsli, Bilder II und IN. 1. g