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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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ritter fanden dagegen eine neue Heimat im Osten Deutschlands,in den Weichselgegenden. Schon zur Zeit des Kreuzzuges Friedrichs II.hatte sich ein Teil dahin begeben, um den Glaubenskampf gegendie heidnischen P r e u ß e n zuführen, ein Volk lettischen Stammes,der zwischen Deutschen und Slaven in der Mitte steht. In einemhalben Jahrhundert schrecklicher Kämpfe wurde das preußische Landmit Hilfe von Kreuzfahrern von dem Orden erobert, der es sich durchAnsiedlung von zahlreichen Deutschen in den Städten und Dörfernauf die Dauer sicherte und seine Herrschaft auch über Kurland undLivland erstreckte.

13. FolgenderKreuzzüge. — Der eigentliche Zweck derKreuzzüge war gescheitert, und das Abendland hatte umsonst Millionenvon Menschenleben dabei aufgeopfert. Und trotzdem, ja trotz der viel-fachen Greueltaten, zu denen sie Anlaß gegeben, sind die groß-artigste Erscheinung des Mittelalters. Wenn es das Beste der Men-schennatur ist, sich ganz einem hohen Gedanken hinzugeben und seineigenes Ich darüber zu vergessen, so ist das in den Kreuzzügen vonUnzähligen geschehen. Ihr Ziel würde allerdings nicht das unsrigesein, aber wir haben kein Recht, sie darum zu tadeln; jede Zeit lebtund webt in ihren eigenen Ideen. Übrigens waren die Kreuzzügeauch sonst von hoher Bedeutung für Europa. Sie hielten das Vor-dringen der Türken nach Europa um drei Jahrhunderte auf. Dannnahm der Handel durch sie einen mächtigen Aufschwung. Ein leb-hafter Verkehr entspann sich zwischen Morgen- und Abendland, derbald bis in den fernsten Osten reichte. Schon um 1270 zogen vene-tianische Kaufleute durch die Mongolei bis nach China, darunterMarco Polo, der über Indien zurückkehrte und durch seine Reise-beschreibung die Welt in Erstaunen setzte. Mächtig blühten jetzt dieSeestädte am Mittelmeere empor, namentlich Pisa, Genua undVenedig, deren Schiffe und Kaufleute in allen Häfen des Ostens,von den Mündungen des Nil bis zu denen des Don, zu finden waren.Der erweiterte Verkehr kam auch den Städten des Innern zu gut;überall gelangten diese zu Reichtum und Macht, und es entwickeltesich ein wohlhabender, selbstbewußter Bürger st and, während derAdel in den Kreuzzügen zwar viel Ruhm und Ehre gewann, aber im