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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Frankreichs. Alle Versuche, ihn zu stürzen, waren umsonst: dennLudwig XIII., sonst ein schwacher, kränklicher Mann, glich seinemVater wenigstens darin, daß er einem Diener, dessen Bedeutung undZuverlässigkeit er einmal erkannt, unverbrüchliche Treue bewahrte*).Dem Geiste seiner Zeit gemäß glaubte Richelieu sür die Ordnung desStaates am besten zu sorgen, wenn er die Macht des Königs so un-umschränkt als möglich mache; jede Möglichkeit eines Widerstandesgegen den königlichen Willen sollte verschwinden. Daher griff er dieHugenotten an, die mit ihren Sicherheitsplätzen eine förmlicheRepublik in der Monarchie bildeten, leitete selber die Belagerung desstarken La Rochelle, wobei er zugleich den Feldherrn, Admiral undIngenieur versah, und brachte es trotz der heldenmütigsten Verteidigungzu Falle (1628). Aber er tastete das Edikt von Nantes nicht an undschützte die religiöse Freiheit der Protestanten. Mit der gleichen eisernenWillenskraft zwang er die Großen zum Gehorsam, die gewohnt warenzu handeln, als ob die Gesetze nur für die Menge und nicht auch fürsie da wären. Er ließ ihre festen Schlösser zerstören, von denen aussie den Befehlen des Königs trotzten. Den adligen Statthaltern derProvinzen, die ihre Würde gleichsam als erbliches Eigentum betrach-teten und oft zu Ausständen mißbrauchten, setzte er unter dem Namenvon Intendanten bürgerliche zu Seite, die ganz vom König ab-hängig waren. Jeder Widerstand wurde unnachsichtlich mit demTode bestraft; Männer vom höchsten Rang und Adel, die beliebtestenHöflinge mußten das Schafott besteigen, und des Königs Mutter undBruder hatten sür ihre Teilnahme an Verschwörungen als Verbannte

*) Es war dies um so verdienstlicher, als Richelieu ihm gegenüberkeineswegs als Schmeichler auftrat. „Eure Majestät", schrieb er ihm einmal,„sind argwöhnisch und eifersüchtig, sür Launen und vorübergehende Eindrückeleicht empfänglich. Sie müssen alle Krast auf die großen Angelegenheitendes Staates wenden, das Kleine als Ihrer unwürdig bei Seite lassen, nie-mals Schwätzern und untergeordneten Dienern Gehör schenken. Auf IhreDiener dürfen Sie nicht eifersüchtig sein, wenn dieselben Geschäfte über-nehmen, die Sie selbst nicht ausführen können. Mögen Eure Majestät sichbestreben, die Meinung zu widerlegen, daß Sie empfangener Dienste kaumdrei Tage lang eingedenk seien" usw.

1b *