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von der lästigen Oberhoheit der letzteren (1657). In dem Kriege,den Ludwig XIV. mit Holland begann, entzweiten sich die bisherigenVerbündeten. Der Kurfürst schlug sich auf Seiten Hollands, dieSchweden hielten dagegen zu Frankreich und fielen Friedrich Wil-helm ins Land, während er am Rheins stand. Aber es gelang ihm,sie 1675 bei Fehrbellin (n. w. von Berlin) mit seinen Reitergeschwa-dern zu überraschen und aufs Haupt zu schlagen, worauf er ihnen sogarPommern abnahm. Von seinen Bundesgenossen im Frieden vonNymwegen im Stich gelassen, mußte er zwar seine Eroberungenwieder herausgeben; aber der Sieg über die Schweden, die seit GustavAdolf als die erste Militärmacht des Nordens galten, hatte dem bran-denburgijchen Namen Ruhm und Achtung in ganz Europa verschafft.Auch aufs Innere erstreckte sich die Fürsorge des großen Kurfürsten.Er faßte seine über ganz Norddeutschland zerstreuten Lande zu einemeinheitlich geordneten Staatswesen zusammen; unter seiner klugen,energischen Leitung erholten sie sich von den Schrecknissen des dreißig-jährigen Krieges, und nach dem Vorbilde Colberts suchte er Handelund Gewerbe durch allerlei Maßnahmen zu beleben, wobei ihm dieAufnahme von 20,000 flüchtigen Hugenotten trefflich zu statten kam.Andererseits freilich wurde er der Gründer des Absolutismus impreußischen Staate, indem er die Freiheiten seiner Untertanen, nament-lich das Steuerbewilligungsrecht der Ständeversammlungen, ge-waltsam vernichtete. .
3. Preußen ein Königreich (1701). — Sein gutmütiger,eitler Nachfolger, Friedrich I. (1688—1713), der sein größtes Glückin der Nachahmung des Prunkes und Hofzeremoniells von Versaillesfand, wurde dadurch für die Weiterentwicklung des preußischen Staatesbedeutend, daß er sich 1701 von Kaiser Leopold I. als Bedingungfür seine Teilnahme am spanischen Erbfolgekriege die Erlaubnis er-wirkte, sich den Königstitel beilegen zu dürfen. Er nannte sich dabeinicht König von Brandenburg, da er der Form nach dies Land vomKaiser zuLehen trug, sondernvon Preußen, wo ersouveränerHerrscherwar. Im übrigen suchte er auch als Beschützer der Künste und Wissen-schaften zu glänzen; er gründete die U n i v e r s i t ä t H a l l e und ließnach französischem Muster durch Leibniz die Akademie der Künste
Oechsli, Bilder II und III. I. 16