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4. Prag, Kolin, Roßbach und Leuthen(1757).—DasnächsteJahr mußte aller menschlichen Voraussicht nach Preußen den Unter-gang bringen. Österreich rüstete mit äußerster Anstrengung, der Kaiserbot das Reich gegen den „Friedensbrecher" auf, Frankreich setzte sichvon Westen und Rußland von Osten her in Bewegung; selbstSchweden schloß sich dem Bunde gegen Friedrich an. Dieser mußtesuchen, um jeden Preis die Vereinigung der übermächtigen Feindezu hindern und jeden einzeln zu schlagen. Daher rückte er zuerst denÖsterreichern nach Böhmen entgegen und errang einen blutigenSieg bei Prag, wobei Schwerin, der Held von Mollwitz, fiel undauch die Österreicher ihren Befehlshaber Brown verloren. Danneilte er einer zweiten österreichischen Armee entgegen, die der Feld-marschall Daun heranführte, erlitt aber bei Kolin an der Elbe einefurchtbare Niederlage, die ihn zwang, Böhmen zu räumen. Zu seinemGlück begnügten sich die Russen dies Jahr mit der BrandschatzungOstpreußens. Aber schon stand ein französisches Heer unter Sou-bise, einem Günstling der Pompadour, samt der deutschen Reichs-ar m e e, beide an Zuchtlosigkeit wetteifernd, mitten in Thüringen. Daeilte Friedrich mit einem Teile seiner Truppen über die Saale undüberraschte bei Roßbach den doppelt so starken Feind, der ihn zuumgehen suchte, durch einen plötzlichen Angriff in die rechte Flankederart, daß die Franzosen und Reichstruppen sich nach kurzem Wider-stand in die wildeste Flucht auflösten. Der Held des Tages war derjunge Reitergeneral S e y d l i tz, der durch das Ungestüm seines An-griffes hauptsächlich diesen schnellen Sieg herbeigeführt hatte. Unter-dessen waren die Österreicher in Schlesien eingerückt und hatten diesLand fast ganz zurückerobert. Jetzt wandte sich Friedrich mit der ihmeigenen Schnelligkeit nach Schlesien, griff die dreifache Übermachtdes Feindes bei dem Dorfe Leuthen (unweit Breslau) an, und binnendrei Stunden erfocht er dank seiner Kriegskunst und der unvergleich-lichen Tapferkeit feiner Soldaten den glorreichsten und vollständigstenSieg über die Armee, die ihn bei Kolin geschlagen.
5. Zorndorf, Kunersdorf, Torgau und der Friede vonHubertusburg (1758—63). — Friedrich II. konnte jetzt über einen