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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / im Auftrage der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich bearbeitet von R. Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler ... [et al.]
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henden Legionen und der dazu gehörenden Hilfsvölker, lauter kräftige,kriegerische Gestalten. Nicht endenwollender Jubel begrüßt dietapferen, lorbeergeschmückten Scharen, aus deren Mitte Sieges-, aberauch derbe Spottlieder ertönen. Hinter den Linientruppen rasselndie gewaltigen Belagerungsmaschinen über das Pflaster. Den Schlußbilden die malerischen Hilfsvölker zu Fuß und zu Pferd in National-tracht, gefürchtete Schleuderer, luchsäugige, kretische Bogenschützenund flinke Reitergeschwader. Nach dem Passieren des Zirkus Fla-minius betritt der stundenlange Zug durch ein Tor die innere Stadtund erreicht das Kapitol. Hier legt der Triumphator Germaniensseinen Lorbeerkranz in den Schoß Jupiters, die Priesterschaft beginntdas heilige Opfer. Nach der Opferhandlung zerstreuen sich Soldatenund Volk; der Hof, die hohen Offiziere, Senat und Beamte tretenzum großen Festmahl zusammen. Der heutige Tag ist ein Freudentagfür den ärmsten Bürger. Im Namen des Triumphators hat derKaiser 300 Sesterzien (66 Fr.) auf den Kopf austeilen lassen. AusGarküchen und Wirtschaften ertönt der ausgelassene Gesang derMenge, die sich von den ausgestandenen Strapazen erholt und fürneue stärkt; denn nachts, bei Fackelbeleuchtung, wird unter demVorsitz des Kaisersohnes ein großartiger Gladiatorenkampf mit Tier-hetze stattfinden. Eine dämonische Leidenschaft zieht alles Volkin das Amphitheater auf dem Marsfelde; dämonisch ist die Lustam rauchenden Blute der Arena, und kein verwundeter Gladiator,der mit ausgestrecktem Zeigefinger um Gnade bittet, erhält heutePardon. . Nach Dr. Franz Fröhlich.

1 Ebene gegen den Tiber, wo die militärischen Übungen vorgenommenwurden. 3 Aus Kleinasien. 3 Aus Arabien. * Aus Südrußland. 3 Aus Illyrien.* Aus Nordafrika. 1 Volk im Nordwesten Deutschlands. Durch Germanicusvernichtet.

10. Der Tod des Tiberius.

Tiberius war der Stief- und Adoptivsohn des Kaisers Augustus undmit dessen Tochter Julia verheiratet. Er war ein hochbegabter, aber verbit-terter Regent, der ganz zum Despoten ausartete. Sein finsterer Argwohnschickte Unzählige, besonders Vornehme, auf das Blutgerüst. Durch die Ab-schaffung der Volksversammlung bereitete er auch der Scheindemokratie einEnde. Er überließ die Regierung immer mehr dem Prätorianerpräfekten Se-janus, der selber nach dem Throne trachtete und viele Verwandte des Ti-berius, auch dessen Sohn Drusus, gewaltsam aus dem Wege räumte. Nachdem Sturze des Sejanus folgte Macro als Günstling des Kaisers. Als dieserschon im Todeskampfe lag, erstickte ihn Macro in den Kissen seines Lagers(37 n. Chr.)