I. Das Altertum.
10
und kehrt im Triumphe nach Athen zurück. Gleich darauf er-leidet sein Unterfeldherr in seiner Abwesenheit eine Niederlagebei Notion; infolgedessen wird Alcibiades wieder abgesetzt.Jetzt treten 10 Feldherren an die Spitze der Flotte, darunter406 Konon. Seesieg der Athener bei den Arginusen (Inselnbei Lesbos). Verurteilung oer Strategen, weil sie pflichtwidrigdie Rettung der Schiffbrüchigen versäumt hätten. Lysander405 vernichtet die athenische Flotte bei Agospotamoi und404 schließt Athen zu Wasser und zu Lande ein. Übergabe Athens.Friedensbedingungen: Schleifung der langen Mauern,Verzicht auf alle auswärtigen Besitzungen, Auslieferung allerSchiffe bis auf 12, Aufnahme einer spartanischen Besatzung,Anerkennung von Spartas Oberhoheit, Einsetzung der dreißigTyrannen. Folgen des Peloponnesischen Krieges:
1. Athen wird Staat zweiten Ranges, seine politische Stellungund sein Handel sind vernichtet.
2. Sparta erhält die unbedingte Hegemonie zu Lande und zuWasser; fast in allen Städten werden Oligarchien und spar-tanische Harmosten (Vögte) eingesetzt.
3. Die Griechen sind sittlich entartet, die Staaten entkräftet,der Wohlstand vernichtet.
4. Die Zwietracht unter den Griechen bleibt bestehen, daherder Einfluß der Perser auf die griechische Geschichte.
v. Die Hegemonie Spartas (404—370).
404—403 Die Spartaner vernichten überall die demokratischenRegierungen. Willkürherrschaft der 30 Tyrannen zu Athen.Kritias; zahlreiche Hinrichtungen, darunter Theramenes, dermildeste der Tyrannen; ihr Sturz durch Thrasybulns.
399 Sokrates in Athen zum Tode verurteilt. Sokrates,der Sohn eines Bildhauers, ein bescheidener, reiner, uneigen-nütziger Charakter von tiefem, gründlichem Wissen, der seinedurch eifriges Studium und unaufhörliches Nachgrübeln er-worbenen Kenntnisse unentgeltlich jeoem mitteilt. Seine Lehren:Erkenne dich selbst: ich weiß, daß ich nichts weiß; die Tugendist lehrbar; ein unbestimmter, unbekannter Gott sagt mir, wasgut oder böse ist. Seine Methode, auf der Straße durch Unter-haltung belehrend zu wirken, indem er von einzelnen bekanntenErfahrungen allgemeine Lehren ableitet. Seine Schüler: Kritias,Alcibiades, Lenophon, Platon. Seine politische Tätigkeit:Teilnahme an den Schlachten bei Potidäa und Amphipolis,Widerstand gegen die Hinrichtung der Feldherren im Arginusen-prozeß. Seine Gegner sind die Sophisten, gelehrte Männer,welche ihre Kenntnisse für teures Geld der Jugend feilbieten.Anklage gegen Sokrates: er verdirbt die Jugend und führtneue Götter ein. Seine Verteidigungsrede ist von Platonüberliefert. Sokrates ist zu stolz, um das Mitleid der Richteranzuflehen, und zu treu den Gesetzen, um aus dem Gefäng-nisse zu fliehen. Er trinkt den Giftbecher.
401 Aufstand des von den Spartanern unterstützten Cyrusgegen seinen Bruder Artaxerxes; diesen will Alcibiadeswarnen, wird jedoch auf Lysanders Betreiben getötet. Cyrus