I. Das Altertum. — II. Das Mittelalter.
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Einstellung der Germanen in das römische Heer führt zurWillkürherrschaft der Söldnerführer. So entthront der ger-manische Heerführer Odoaker den letzten weströmischen KaiserRomulus Augustulus, der seine Ackerforderungen nicht476 bewilligt, und gründet sich ein germanisches Königreichin Italien.
II. Das Mittelalter.
Einleitung:
Den Übergang vom Altertum zum Mittelalter bildet dieGeschichte der Völkerwanderung. Das Mttelalter selbstzerfällt in drei Perioden:
1. vom Untergänge des weströmischen Reiches bis zum vertragezu vcrdun (476 —843).
2. vom vertrage zu verdun bis zu Rudolf von Labsburg(843—1273).
3. von Rudolf von Labsburg bis zur Reformation (1273—1517).
Die Übergangszeit:
Die Vorgeschichte der Germanen. Germanen nennen dieRömer die Völker rechts des Rheines, die in eine Mengevon Stämmen zerfallen, die allmählich von nomadenhafterJagd und Viehzucht zu seßhaftem Ackerbau übergehen. IhreHaupttugenden sind: Treue und Wahrheitsliebe, Tapferkeitund Gastfreundschaft: ihre Fehler: Trunksucht und Spielwut.Ihre Götter sind Personifikationen von Naturerscheinungenund Naturkräften. An deren Spitze steht Odin oder Wodan,der Allvater und Weltlenker, Asenheim (Himmel), Asgard(Sitz der Götter), Walhall (Burg Odins); neben ihm ragenhervor Donar (Thor), der Donnergott mit dem Hammer,Ziu (Tyr), der Kriegsgott, und Balour, der Lichtgott; vonden Göttinnen Wodans Gemahlin Frigga und Freva, dieGöttin der Schönheit. Nebenaötter: die Nornen (Schicksals-göttinnen), die Walküren (die Botinnen Odins), die Elfen.
Das Land zerfällt in viele Stämme, diese wieder inGaue; in Friedenszeiten steht keine gemeinsame Obrigkeit ander Spitze, im Kriege wird ein Oberfeldherr (Herzog) aufden Schild erhoben.
Zum ersten Male lernen die Römer die Germanen imKimbern- und Teutonenkriege kennen, der nach schwerenNiederlagen endlich von Marius glücklich beendet wird (s. S 34).SO Jahre später besiegt Cäsar den Germanenführer Ariovist,der sich Gallien unterwerfen will (bei Mühlhausen). Cäsarsbeide Züge nach Germanien sind ohne Erfolg. Unter Augustuskämpft Drusus glücklich im westlichen Germanien, undTiberius behauptet das Gebiet bis zur Elbe. Allein durchden Sieg des Arminius im Teutoburger Walde (S n.Chr.) wird Germanien wieder frei bis zum Rhein und bleibtes auch trotz der vorübergehenden Erfolge des Germanicus.