II. Das Mittelalter
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2. Der Langobardenkrieg. Karl hilft dem Papste gegen denLangobardenkönig Desiderius, besiegt diesen und schickt ihn774 in ein Kloster. Das Langobardenreich wird mit dem Franken-reiche vereinigt.
8. Der spanische Krieg. Karl wird auf dem Reichstage zuPaderborn von den Christen gegen den Kalifen von Cordovazu Hilfe gerufen, dringt bis zum Ebro vor, wo nach wieder-holten Kämpfen die spanische Mark gegründet wird. Auf demRückzüge Rolands Überfall und Tod im Paß von Roneesvalles.
4. Die Slawen- und Dänenziige. Karl besiegt die Wendenbis zur Peene und setzt die Eider als Grenze gegen die Dänen fest.
5. Der Rrieg gegen Tassilo von Bayern und gegen die Avaren.Tassilo wird zweimal besiegt und ins Kloster geschickt, dieAvaren, seine Bundesgenossen, ein mongolischer Stamm inUngarn, werden bis zur Raab unterworfen.
Die Grenzen des Frankenreiches: Ebro, Garigliano, Raab,Elbe, Eider.
b) Die Verwaltung des Reiches.
Karl behält die Einteilung des Reiches in Gaue unterGaugrafen bei, schafft aber die Herzogswürde ab; zur Beauf-sichtigung der Gaugrafen, denen Gericht und Heerbann unter-geordnet sind, bedient Karl sich der Sendgrafen; wichtigeAngelegenheiten werden auf Reichstagen beraten. Zum Schutzeder Grenzen legt er Grenzmarken unter Markgrafen an;in den Pfalzen oder Hoflagern (bes. Aachen) vertreten Pfalz-grafen den Kaiser.
e) Karls Sorge für die Bildung seines Volkes.
Bildung und Gesittung des Volkes fördert Karl durch all-gemeine Einführung der christlichen Religion, durch Errichtungvon Klosterschulen und Vereinigung gelehrter Männer an seinemHofe: Alkuin, der Vorsteher der Hofschule; PaulusDiakonus, der Geschichtschreiber der Langobarden: Einhard,der Biograph Karls. Karls Bemühungen um oie deutscheSprache, Sammlung alter Heldenlieder; seine Sorge für Gesetz-gebung, Kirchen- und Palastbau.
Karl wird allgemein als erster Fürst der Christenheitanerkannt; als Schirmherr der Kirche und als ihr Vorkämpfergegen die Ungläubigen wird er vom Papste Leo III. am800 Weihnachtstage 800 in der Peterskirche zu Rom zum römischenKaiser gekrönt.
814—840 Nach Karls Tode folgt sein Sohn Ludwig der Fromme,der sehr bald das Reich unter seine Söhne teilt. Als erzugunsten seines Sohnes aus zweiter Ehe, Karls des Kahlen,die Teilung ändert, bricht ein langjähriger Krieg zwischenLudwigs Söhnen und dem Vater aus (dessen Gefangennahmeauf dem Lügenfelde bei Colmar), der nach Ludwigs Todeunter den Söhnen fortdauert, bis es zu einer endgültigen843 Teilung des Reiches im vertrage zu verdun kommt: Lotharerhält die Kaiserkrone, Italien und Mittelfranken, d. s. dieGebiete am Rhein; Ludwig der Deutsche Ostfranken, d. s. die