II. Das Mittelalter.
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vonJvrea bedrängt wird, zu Hilfe gerufen; er erobert Pavia,macht sich zum Könige der Langobarden, heiratet Adelheidund verleiht Berengar Italien als deutsches Lehen. Empörungdes Sohnes und des Schwiegersohnes Ottos, Ludolfs vonSchwaben und Konrads von Lothringen; ihr Aufstandwird unterdrückt. Einfall der Ungarn in Deutschland, die955 Otto auf dem Lechfelde bei Augsburg vollständig besiegt,daß sie nie mehr wiederkehren. Der Abfall Berengars veran-laßt Ottos zweiten Römerzug, auf dem er zum römischen962 Kaiser gekrönt wird: heiliges römisches Reich deutscherNation. Auf einem dritten Zuge nach Rom vermählt erseinen Sohn Otto II. mit der griechischen Prinzessin Theo-phano, um Unter-Italien für das Reich zu gewinnen.
979—983 Gtto II. behauptet Lothringen gegen Frankreich undkämpft in Süd-Italien um das Erbe seiner Frau.
983—1002 Gtto III. folgt dreijährig; schwaches Regiment unterseiner Mutter Theophano und Großmutter Adelheid; seineAbneigung gegen alles Deutsche und sein vergeblicher Versuch,Rom zur Hauptstadt des Reiches zu machen.
1002—1024 Heinrich II. der Heilige, kämpft in Italien undBöhmen; Stiftung des Bistums Bamberg. Niederlassungder Normannen in Süd-Italien.
S. Deutschland unter den fränkischen oder salischen Kaisern
(1024—1125).
1024—1039 Lonrad II. tritt an Knut den Großen, König vonDänemark und England, die Mark Schleswig ab; erwirbtdas arelatische Königreich Burgund, hat aber deswegenschwere Kämpfe mit Ernst von Schwaben, dem Sohneseiner Gemahlin Gisela aus erster Ehe, der sich als recht-mäßigen Erben Burgunds betrachtet. Im Kampfe über-wunden, wird er längere Zeit aus der Burg Giebichensteinbei Halle gefangen gehalten. In Freiheit gesetzt, weigert ersich, seinen Freund Werner von Kyburg, der ihm bishertreu zur Seite gestanden, im Stiche zu lassen. Mit Reichs-acht und Bann belegt, werden beioe bei Burg Falkenstein imSchwarzwald nach tapferer Gegenwehr erschlagen (vgl.Uhland: Herzog Ernst von Schwaben).
1039—1056 Heinrich III- Unter ihm erreicht die Kaisermacht diehöchste Blüte und das Reich die größte Ausdehnung. Ermacht durch glückliche Kriege Böhmen dauernd und Ungarnfür kurze Zeit abhängig. Das Reich umfaßt 3 Königreiche:Italien, Burgund, Ungarn; 7 deutsche Herzogtümer:Franken, Sachsen, Schwaben, Bayern, Ober-, Niederlothringenund Kärnten; 2 slawische Herzogtümer: Polen undBöhmen. Heinrich unterstützt die Reformen, die vom KlosterClugny in Burgund ausgehen. Er setzt auf einem Römer-zuge 9 Päpste ab, ohne Widerstand zu finden. Ihm folgtsechsjährig sein Sohn
1056-1106 Heinrich IV. Während seiner Minderjährigkeit ist seineMutter Agnes Reichsverweserin, der der Erzbischof Anno