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Geschichtstabelle in zusammenhängender Darstellung
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II. Das Mittelalter.

von Cöln den jungen König raubt; später wird er von demErzbischof Adalbert von Bremen erlogen, der ihn voll-ständig verzieht und ihm Haß gegen die Sachsen einprägt.Nach seiner Mündigkeitserklärung nimmt Heinrich demsächsischen Grafen Otto von Nordheim das HerzogtumBayern und gibt es an den Herzog Wels. Die Sachsenbedrückt er durch seine Hofhaltung und durch Bauen vonBurgen. Empörung der Sachsen: Heinrich, von denFürsten verlassen, muß von der Harzburg fliehen, findet inWorms Aufnahme, siegt über die Sachsen an der Unstrut.

Beginn des Streites mit Papst Gregor VII. (1073bis 1085), der sich die Unabhängigkeit der Kirche zum Zielgesetzt hat. Schon vorher hat er die Papstwahl durch dasKardinalskollegium durchgesetzt und das Bestätigunqsrecht desKaisers beseitigt. Als Papst'trifft er folgende Maßregeln:s.) die Simonie (der Verkauf der Kirchenämter) wird unter-sagt; d) das Zölibat (die Ehelosigkeit der Geistlichen) sollstreng durchgeführt werden; o) die Investitur (Belehnung)der Bischöfe durch weltliche Fürsten wird untersagt. Heinrichkümmert sich nicht um diese Verordnungen, und als derPapst mit Kirchenstrafen droht, läßt er ihn durch eine Ver-sammlung deutscher Bischöfe zu Worms für abgesetzt erklären.Der Papst antwortet mit dem Banne; Heinrich, von denFürsten mit Absetzung bedroht, unternimmt einen Büßgang1077 nach Canossa, wo er nach gtägiger Buße unter schwerenBedingungen durch den Papst vom Banne gelöst wird. In-zwischen haben die Fürsten Rudolf von Schwaben zumdeutschen Könige gewählt, der in der Schlacht bei Hohen-mölsen an der Elster tödlich verwundet wird; Schwabenkommt an Friedrich von Hohenstaufen. Zum zweitenMale gebannt, unternimmt Heinrich den 2. Römerzug. PapstGregor, aus Rom vertrieben, wird in der Engelsburgbelagert; von dem Normannenherzog Robert Guiscardbefreit, stirbt er zu Salerno in Unter-Italien in der Ver-bannung. Nach Heinrichs Rückkehr nach Deutschland empört sichsein Sohn Heinrich, setzt den Vater gefangen und zwingtihn zur Abdankung; der Kaiser entflieht nach Lüttich, wo er1106 stirbt; seine Leiche wird erst 1111 zu Speyer beigesetzt. -1106-1115 Heinrich V. Nach fünfzigjährigem Kampfe Bei-1122 legung des Jnvestiturstreites durch das WormserKonkordat: Investitur mit Ring und Stab durch den Papst,Belehnung mit dem Zepter durch den Kaiser.

Das Zeitalter der Kreuzzüge.

Seit Konstantin finden Wallfahrten nach dem heiligenLande statt; die Araber lassen es ruhig geschehen, aber nachder Eroberung Palästinas durch die seldschuckischenTürken haben die Christen viel zu leiden. Der MönchPeter von Amiens predigt einen Kreuzzug; Papst1095 Urban II. beruft eine Kirchenversammlung nach Cler-mont, wo ein Zug zur Eroberung Jerusalems beschlossen wird.