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Geschichtstabelle in zusammenhängender Darstellung
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IU. Die Neuzeit.

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der Reformation in Lutheraner und Reformierte. Daeinige Schweizer Kantone die neue Lehre annehmen, andere

1591 an der katholischen festhalten, kommt es zum Kriege: Zwinglifällt in der Schlacht bei Kappel; feine Lehre wird fort-gesetzt durch Johann Calvin in Genf. Von hier aus Ver-breitung der Reformation über Frankreich, England, Schott-land und die Niederlande.

Karls V. ganze Regierung ist ausgefüllt durch 4 Kriegegegen Franz I. von Frankreich, der Mailand und Burgundan sich gerissen und sich vergeblich um die deutsche Kaiser-krone beworben hat. Im ersten Kriege Schlacht bei Pavia,in der Franz geschlagen und gefangen genommen wird. SeinVersprechen im Frieden zu Madrid, Mailand und Burgundherauszugeben, hält er nicht. Die anderen Kriege verlaufen

1544 mit wechselndem Erfolg, bis im Frieden zu CrespyFranz für immer auf Mailand, Karl auf Burgund verzichtet.

1545 Alsdann beruft Karl das Konzil zu Trient, das aber vonden Protestanten nicht anerkannt wird. Daher beschließtKarl, Waffengewalt anzuwenden; es kommt zum

15461547 Schmalkaldkschen Kriege, den Luther nicht mehr erlebt,er stirbt am 18. Febr. 1546. Auf der Seite des Kaiserssteht der protestantische Herzog Moritz von Sachsen,während an der Spitze des Schmalkaldischen Bundes derKurfürst Johann Friedrich von Sachsen und der Land-graf Philipp von Hessen stehen, über die die Reichsachtausgesprochen wird. Der Kurfürst von Sachsen wird in

1547 der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe geschlagen undgefangen Genommen, desgleichen ergibt sich Philipp vonHessen. Moritz erhält das Kurfürstentum Sachsen undwiro mit der Vollstreckung der Reichsacht an Magdeburgbeauftragt. Bei der Belagerung tritt Moritz plötzlich zuseinen Glaubensgenossen über, überfällt den unvorbereiteten

1552 Kaiser in Tirol und zwingt ihn zum Passauer Vertrage:die gefangenen Fürsten erhalten ihre Freiheit, den Prote-stanten wird freie Religionsübung bewilligt.

1555 In dem Augsburger Religionssric-en werden Protestantenund Katholiken völlig gleichgestellt.

1556 Karl V. legt die Regierung nieder; sein Sohn Philippbekommt Spanien, Mailand, Neapel, die Niederlande undAmerika; sein Bruder Ferdinand, König von Böhmenund Ungarn, folgt ihm in der Kaiserwürde. Karl stirbt 1558im Kloster St. Juste in Spanien (vgl. Platen: Der Pilgrimvon St. Juste).

Die Reformation in Frankreich.

Calvins Lehre findet in Frankreich viele Anhänger (Huge-notten), an deren Spitze Anton von Navarra aus demHause Bourbon, sein Bruder, der Prinz von Conde, undder Admiral Coligny stehen. Nach jahrelangem Kampfescheinbare Versöhnung durch eine Vermählung Heinrichsvon Navarra mit der Schwester des Königs Karl IX. In