S8
III. Die Neuzeit.
Astrologie kennen, tritt in kaiserliche Dienste; durch Heiratreich, kauft er eine Menge eingezogener Güter in Böhmenauf, wird vom Kaiser, dem er ein Reiterregiment stellt, zumReichsfürsten und Herzog von Friedland ernannt.
1626 Wallenstein schlägt Mansfeld an der Dessauer Elbbrücke,Lilly den König Christian bei Lütter am Barenberge imBraunschweigischen. Lilly erobert Holstein und Jütland,Wallenstein Mecklenburg, mit dem er vom Kaiser belehnt
1629 wird. Vergebliche Belagerung Stralsunds. Friede zuLübeck: der König von Dänemark erhält seine Besitzungenwieder, verpflichtet sich aber, sich nicht mehr in die deutschenAngelegenheiten zu mischen. Der Kaiser erläßt das Resti-tutionsedikt: Alle seit dem Passauer Vertrage von denProtestanten eingezogenen Kirchengüter sollen zurückgegeben,werden.
1630 Reichstag zu Regensburg: Wallenstein wird auf dasDrängen der Fürsten vom Kaiser des Oberbefehls enthobenund geht auf seine Güter nach Böhmen.
S. Die schwedische Periode (1630-1635).
Den Protestanten erscheint als Retter der SchwedenkönigGustav Adolf. Gründe zur Teilnahme am Kriege: s) Diebedrängte Lage seiner Glaubensgenossen, d) Die Bedrohungder schwedischen Seemacht durch die Festsetzung der Habs-burger an der Ostsee, e) Die Vertreibung seiner Verwandten,der Herzöge von Mecklenburg. Gustav Adolf landet inPommern, ihm wird aber von den Kurfürsten von Branden-burg (Georg Wilhelm) und Sachsen der Durchzug verweigert,
1631 infolgedessen kann Lilly Magdeburg erobern und einäschern.Jetzt erzwingt sich Gustav Adolf den Durchzug und schlägt
1631 Lilly in der Schlacht bei Breitenfeld unwert Leipzig, dersich nach Bayern zurückzieht, während Gustav Adolf durchFranken siegreich nach der Pfalz zieht, um von hier nachBayern vorzudringen. Lilly wird am Lech geschlagen unostirbt; jetzt übernimmt Wallenstein auf des Kaisers Bittenden Oberbefehl über ein selbstgeworbenes Heer als unum-schränkter Generalissimus. Er bezieht bei Nürnberg denSchweden gegenüber ein festes Lager, das Gustav Adolf ver-geblich bestürmt. Um den Krieg in protestantische Gebietezu verlegen, zieht Wallenstein nach Sachsen, der Schweden-
1632 könig folgt ihm, es kommt zur Schlacht bei Lützen, in derGustav Adolf siegt und fällt. Auch der kaiserliche Reiter-general Pappenheim fällt. Wallenstein zieht sich nachBöhmen zurück, während der schwedische Reichskanzler AxelOxenstierna den Krieg durch Bernhard von Weimarund Horn fortsetzen und besonders Bayern verwüsten läßt.Da Wallenstein trotz aller Bitten dieses nicht verhindert,wird er des Verrats beschuldigt, vom Kaiser abgesetzt und
1634 auf Veranlassung des Obersten Buttler zu Eger ermordet.
Sieg der Kaiserlichen über die Schweden bei Nörd-
1635 lingen und Friede zu Prag mit Sachsen: Der Kaiser ver-