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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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Stunden wurden dafür angesetzt und gewisse Tage dabei vorgezogen,namentlich der Sonntag als Anserstehnngstag des Herrn. DasLiebesmahl beschränkte sich aus das Abendmahl, das Genießen vongeweihtem Brot und Wein als Sinnbildern des für alle geopfertenLeibes und Blutes Christi. Besondere Versammlungshäuser oderKirchen wurden gebaut, welche immer größer und prächtiger wurdenund zuletzt als heilige Stätten galten. Dabei dienten die Basilikenals Muster (I, S. 189); es waren längliche, durch Säulen in dreiSchiffe" geteilte Hallen mit einer halbrunden Nische gegenüber demEingänge, in welche der Altar und die Priestersitze zu stehen kamen.

11. Priester, Bischöfe und Papst. Anfänglich gab esunter den Christen keine besonderen Geistlichen; jeder, den der Geistdazu trieb, durfte in der Versammlung reden. Doch wählten die ein-zelnen Gemeinden zur Besorgung ihrer mannigfaltigen Angelegen-heiten Vorsteher aus ihrer Mitte, welche Presbyter (Aeltestei oderEpiskopen (Aufseher) genannt wurden, woraus unserPriester" undBischof" entstanden ist. Mit der Zeit wurden die Vornahme der hei-ligen Handlungen, die Predigt, der religiöse Unterricht, die sittliche Auf-sicht über die Gemeinde das ausschließliche Vorrecht dieserAeltesten".Das Kirchenamt wurde ein Beruf, auf den man sich in Schulen eigensvorbereitete, und feierliche Weihen erhöhten seine Würde. So schied sichein Priesterstand oder Klerus von der Menge aus, und die Lehrebildete sich aus, daß kein Laie ohne Hilfe des Klerus das Heil erlangenkönne. Unter den Presbytern einer Stadt erhielt wieder einer den Vor-rang, der allein nochBischof" hieß und die Kleriker der Stadt undumliegenden Landschaft zu weihen und zu beaufsichtigen hatte. Schonim 2. Jahrhundert erschienen die Bischöfe als die eigentlichen Hirtenund Leiter der Christenheit, und die Lehre kam auf, daß nur durch sieder heilige Geist sich in der Kirche fortpflanze. Um die Einheit derKirche zu wahren, versammelten sie sich provinzenweise zu regelmäßigenSynoden, wobei der Bischof der Hauptstadt der Provinz gewöhnlichden Vorsitz führte. Dadurch erhob sich dieser wieder über die andern,er wurde als Erzbischof das geistliche Oberhaupt der ganzen Provinz.Am angesehensten waren endlich die Bischöfe der großen WeltstädteRom, Alexandrien, Antiochien und Konstantinopel,