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zu haben. Schon regte sich die Erbitterung der Azteken gegen die über-mütigen Fremdlinge, die sich gebärdeten, als ob sie die Herren im Landeseien. Da erhielt Cortcz die Kunde, ein von Belasquez gesandtes Heersei gelandet mit dem Befehl, ihn in Ketten nach Cnba zu bringen. Schnellbesonnen eilte er mit einem Teil seiner Leute an die Küste, überredetedie Mehrzahl der Ankömmlinge, in seine Dienste zu treten, und besiegtedie übrigen. Dieser Gefahr entronnen, kehrte er nach der Hauptstadt zu-rück, wo der Aufstand schon in hellen Flammen stand. Keine Rücksichtauf den gefangenen Montezuma hielt mehr die Mexikaner ab, für ihreGötter, ihre Freiheit zn kämpfen; ja als der König von einer Zinneherunter sie zum Frieden mahnen wollte, wurde er selber von einemSteinwurf tödlich getroffen. Mit Mühe konnte sich Cortez der Anfälleaus seinen Palast, der ihm als Festung diente, erwehren, so daß er zu-letzt beschloß, zur Nachtzeit heimlich die Stadt zn verlassen. Schon be-fanden sich die Spanier auf einem der Dämme, als sie sich plötzlich vonallen Seiten umringt sahen. Unter furchtbaren Kämpfen schlug sich Cortezdurch; aber diese „traurige Nacht" kostete ihm zwei Drittelseiner Ge-fährten und alles Geschütz. — Zu seinem Glück fand er Zuflucht beiden Tlaskalanern, welche die Azteken tödlich haßte». Von 10,000 ihrerKrieger begleitet rückte er aufs neue gen Mexiko. Umsonst verteidigtensich die Azteken unter ihrem neuen Könige Guatemozin, dem tapfernNeffen Montezumas, mit verzweifeltem Mute. Hunderttausende vonIndianern strömten aus Haß gegen ihre Herren zum Heere des Cortez,und als dieser Schiffe baute und den Angriff zu Wasser und zu Landeeröffnete, war es um Mexiko geschehen. Quartier um Quartier wurdeerstürmt, in Asche gelegt und die Bevölkerung niedergemetzelt, bis am13. August 1521 alles in den Händen der Spanier war. Tann wurdenauch die übrige» Provinzen, eine um die andere, unterworfen, die Ein-geborenen als Sklaven unter die Kolonisten verteilt und Ausstände mitentsetzlicher Grausamkeit bestraft. Einmal erlitten 400 edle Mexikanervor den Augen ihrer Weiber und Kinder den Feuertod. Auch der edleGuatemozin, der gefangen worden war, wurde nachträglich gehängt.In Anerkennung seiner Verdienste wurde Cortez von Kaiser Karl V.zum Statthalter des eroberten Landes ernannt und unternahm nochmanche kühne Erobernngszüge und Entdeckungsfahrten. Dabei fand er