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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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in Asien wurde endlich fest begründet von Almeidas Nachfolger, Alfonsvon Albuqueryue. Durch einen Handstreich bemächtigte sich dieserGoas, einer der bedeutendsten Städte an der Westküste Vorderindiens,die fortan den Mittelpunkt des indisch-portugiesischen Reiches bildete.Dann unternahm er einen Zug nach dem blühendsten HandelsplätzeHinterindiens, Malakka, und eroberte dieses mit 800 Mann, obschones durch zahllose Geschütze verteidigt war. Auch sandte er ein Geschwa-der nach der Heimat der Gewürze, den Molukken, und bahnte dadurchdie Besitznahme dieser wichtigen Inselgruppe an. Seine ruhmreicheLaufbahn beschloß Albuquerque, indem er das Felsennest Ormns amEingänge des persischen Golfes gewann, damals eine der reichsten See-städte der Welt, da sie die Handelsstraße von Indien nach Bagdad be-herrschte. Jetzt waren die Portugiesen die unbestrittenen Gebieter imindischen Ozean; kein Schiff, das nicht mit portugiesischen Pässen ver-sehen war, durfte sich mehr dort zeigen, und ohne Prahlen konnte sichKönig Emanuel den stolzen Titel einesHerrn des Handels von Indienund Äthiopien" beilegen.

15. Die erste Weltumsegelung durch Magalhaens(15191521). Seit man wußte, daß Amerika wie eine Barre denvon Columbus gesuchten westlichen Seeweg nach Indien versperre,forschte man eifrig nach einer Durchfahrt in den jenseitigen Ozean, umdoch nach Asien zu gelangen. Dies Streben führte den Sebastian Ca-b otto im Norden bis in die Hndsvnbai, und spanische Seefahrer warensüdwärts schon bis zur La Platamündnng gedrungen. Aber erst der Por-tugiese Magalhaens (spr. Magaliängs), der in spanische Dienste ge-treten war, weil ihn die Heimat verkannte, gelangte, den öden KüstenPatagoniens entlang segelnd, an die nach ihm benannte Straße zwischenSüdamerika und Feuerland. Den Matrosen, die vor den Gefahrenzurückschreckten und Hungersnot fürchteten, erklärte er, er werde nachden Molukken fahren, und wenn er das Lederzeug vom Tauwerk kauenmüßte. Mit unübertroffener Geschicklichkeit wand er sich trotz Windund Wetter durch das Labyrinth von Klippen hindurch in das unbe-kannte Weltmeer, das er des anhaltend guten Wetters wegen das stillenannte. Drei Monate lang fuhr nun das Geschwader unter furchtbarenEntbehrungen stets nordwestlich mitten durch Polynesien hindurch, ohne