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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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davon mehr als ein paar unbewohnte Eilande zu erblicken, und gelangtezuletzt zu einer Inselgruppe, deren Bewohner so diebisch waren, daß dieMatrosen ihnen den Namen Ladronen, d. h. Diebsinseln, gaben.Von da kam Magalhaens zu den Philippinen, dem nördlichsten Teildes indischen Archipels; aber aus einer dieser Inseln fand der großeSeefahrer im Gefechte mit den Eingeborenen den Tod. Seine Mann-schaft erreichte endlich die Molnkken, wo sie Portugiesen traf, die nichtwenig erstaunt waren, Europäern zu begegnen, die von Osten her kamen.Ein Teil der Spanier mußte dort bleiben, weil das eine der zwei Schiffe,die sie noch besaßen, leck war, und wurde von den Portugiesen gefangengenommen. Die übrigen fuhren um Afrika herum nach Hanse. Vonden 239 Mann, die mit Magalhaens drei Jahre zuvor Spanien ver-lassen, waren es noch 18, die zurückkehrten und die Reise um die Weltvollendeten.

16. Folgen der Entdeckungen. Unermeßlich waren dieWirkungen, welche die Entdeckungen mit sich brachten. Ein neuer Erd-teil erschien in der Geschichte, der ein unermeßliches Feld für Aus-wanderung und Koloniengründung bot. Die Völker der Erde,die sich bisher kaum dem Namen nach gekannt hatten, wurden einandernäher gerückt, und an die Stelle des beschränkten Verkehrs von Nach-barland zu Nachbarland, von Binnenmeer zu Binnenmeer trat jetzt einwirklicher Welthandel, der die europäischen Schiffe über das ganzeErdenrund trug und aus unserem Erdteil ein wahresReich der Mitte"schuf. Freilich kam dieser Handel nicht allen Nationen Europas gleich-mäßig zu gute. Im Altertum und Mittelalter waren die Mittelmeer-völker die vorzüglichsten Träger des Verkehrs gewesen; jetzt versetzte dieAuffindung des direkten indischen Seeweges und die gleichzeitige Ver-ödung des Morgenlandes unter der Türkenherrschaft den italienischenSeestädten, zumal Venedig einen tödlichen Schlag. An ihrer Stattblühten nun die atlantischen Staaten auf, zunächst Portugal, Spanien,und die mit diesem eng verbundenen Niederlande. Lissabon, Sevilla,Anlwerpen wurden jetzt die großen Welthandelsplätze. Spanien zogaus den schönen Ländern, die ihm das Glück in den Schoß geworfen,Schätze ohne Ende; führte doch alljährlich eine Silberflotte die Reich-tümer der unerschöpflichen Bergwerke Merikos und Perus nach Cadix.