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II. Blüte der Kunst und Wissenschaft im 16. Jahrhundert.
Grün, Kulturgeschichte des 16. Jahrhunderts. Lübke, Grundriß der Kunstgeschichte. Springer.Handbuch der Kunstgeschichte. WLlfflin, die klassische Kunst. Woltmann-Woermann, Geschichteder Malerei, 3 Bde. Srowe und Cavalcaselle, Geschichte der italienischen Malerei, deutsch vonJordan. 6 Bde. Grimm, Leben Michelangelos, 2 Bde. Springer. Vaffael und Michelangelo,2 Bde. Müntz, kapkael, sa vie, son ceuvre et son temps. Lhausing, Dürer, Geschichte seinesLebens und seiner Kunst, 2 Bde. Wölfflin. Die Kunst Albrecht Dürers. Woltmann, Holbeinund seine Zeit, 2 Bde. Künstler-Monographien, herausgegeben von Knackfuß, darunter Nassael,Michelangelo, Leonardo da Vinci, Gorreggio, Dürer, Holbein ic. Amdros, Geschichte der Musik,4 Bde. Koestlin» Geschichte der Musik im Amriß. Scherr» Allgemeine Geschichte der Literatur,2 Bde. Stern, Geschichte der neueren Literatur von der Frührenaissance bis aus die Gegenwart,7 Bde. Geiger, Renaissance und Humanismus in Italien und Deutschland. Dillari, MiccoloMachiavelli und seine Zeit, deutsch von Mangold und Heusler, 3 Bde. Strauß. Alrich vonHütten, 2 Bde. Brandes, William Shakespeare. Wolfs, Shakespeare, der Dichter und sein Werk,2 Bde. Whewell, Geschichte der induktiven Wissenschaften, deutsch von Littrow, 3 Bde. Wolf,Geschichte der Astronomie.
1. Kunst. — „O Jahrhundert! Die Studien blühen, die Geistererwachen; es ist eine Lust zu leben." Mit diesen Worten begrüßteUlrich von Hütten sein Jahrhundert und er durste es. Was das voran-gehende durch seine Erfindungen und Entdeckungen gesäet, gedieh jetztznr schönsten Reife. Dabei stand Italien noch immer obenan. Hiererlebte die Kunst in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Blüte,wie sie die Welt seit dem Zeitalter des Perikles nicht mehr gesehen.Eine Menge hervorragender Architekten, Bildhauer und Maler wett-eiferten, um jenen unerschöpflichen Schatz von Meisterwerken hervor-zubringen, durch den Italien das gelobte Land der Kunst geworden ist.Seine Städte erfüllten sich mit Bauten des Renaissancestils; die berühm-teste ist die Peterskirche in Rom mit ihrer Riesenkuppel, ein freilich durchspätere Zutaten entstelltes Werk des großen Florentiners MichelangeloBuonarotti (1475—1564), der in der Architektur, Bildhauerei undMalerei gleich Gewaltiges geleistet hat. Mit ihm wetteiferte an wunder-barer Vielseitigkeit sein Landmann Leonardo da Vinci (1452 bis1519), der zugleich ein genialer Maler, Bildner, Mechaniker und In-genieur war. In Rom wirkte der Maler Raffasl Santi von Urbino(1483—1620), genannt der Göttliche, weil seine Bilder den Stempelder vollendetsten Schönheit tragen. Gleichzeitig mit diesen malten inParma Corr egio (1494—1534), dessen Werke den höchsten Liebreizatmen, und in Venedig Tizian (1477—1576), der seinem Pinsel dietiefste Farbenglut zu entlocken wußte. In diesen fünf Meistern, vondenen jeder in seiner Art der größte war, erreichte die Malerei eine