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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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Höhe, wie nie vor- und nachher. Von den übrigen Ländern hatte nurDeutschland ebenbürtige Künstler auszuweisen, Albrecht Dürervon Nürnberg (14711528) und Hans Holbein von Augsburg(14971543), der jung nach Basel kam und hier wirkte, bis er als Hof-maler Heinrichs VIII. nach England ging. Der Sinn sür das Schönebeseelte zu dieser Zeit selbst die einfachen Handwerker. Schon die Haus-geräte eines wohlhabenden Städters, seine Tische, Stühle, Betten,Schränke, Truhen, das Wandgetäsel, alles zierlich in Holz geschnitzt,die farbenprächtigen Glasgemälde, die bunt bemalten Öfen verrieteneine kunstgeübte Hand. Auch das Reich der Töne fand im 16. Jahr-hundert seine ersten unsterblichen Meister in dem Italiener Palestrina(15141594), der für den Gottesdienst der päpstlichen Kapelle herr-liche Tonwerke schuf, und dem Niederländer Orlando di Lasso (1532bis 1594), der in Italien, Antwerpen und München wirkte.

2. Literatur. Wie hätte eine solche kunstsinnige Zeit nichtauch Unvergängliches in der Literatur hervorbringen sollen! In Italienschrieben die genialen Florentiner Machiavelli (14691527) undGuicciardini (14831540) hochbedeutende Werke über Staat undGeschichte, die sich den Meisterwerken der Alten würdig anreihten. Dalebten die beiden Dichter, die von ihren Landsleuten neben Dante amhöchsten gestellt werden, Ariosto (14741533), der Schöpfer des mut-willigen Heldengedichtes vomrasenden Roland", und Tafso (1644bis 1595), der in seinembefreiten Jerusalem" die Taten des erstenKreuzznges verherrlichte. Daß auch anderwärts die modernen Sprachenanfingen ihre Blüten zu treiben, haben wir an dem Portugiesen Ga-rn vens (15241580) gesehen, der indes so wenig irdischen Lohn fürseineLusiaden" fand, daß ein Sklave, den er aus Ostindien mitge-bracht hatte, für ihn betteln mußte. In Spanien schrieb der trefflicheCervantes (15471616) den berühmtesten aller Romane, worin erin der Person des närrischenDon Quijote" das verfallende Rittertumverspottete. Auch in Frankreich erstanden bedeutende Schriftsteller, wieder Mönch Rabelais (14831553), der im Gewände der Lebens-geschichte zweier RiesenGargantua und Pantagruel" die Mißbräuchein Kirche und Staat geißelte. Ähnliches taten in Deutschland der witzigeErasmus von Rotterdam (14661536) und der geistvolle Ritter