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sonst unermüdlich tätig war, in Wort und Schrift dem Volke religiöseBelehrung zu bieten, wandte sich Melanchthon in wissenschaftlichen Werkenmehr an die Gelehrten, um vor ihnen die Reformation zu rechtfertigen. —Aber die Neuerung blieb nicht auf Sachsen beschränkt. Da alle wahr-haft bedeutenden Männer Deutschlands mit dem Nürnberger DichterHans Sachs der „Wittenberger Nachtigall" zujauchzten, verbreitetesich die Reformation rasch durch das ganze Reich. Wo der Volkswilleetwas zu bedeuten hatte, wie in den Reichsstädten, wurde sie einge-führt, und auch manche Fürsten befreundeten sich damit, wozu freilichdie lockende Aussicht aus die einzuziehenden Reichtümer der Kirche auchdas ihrige beitragen mochte. Der bedeutendste war der junge, feurigeLandgraf Philipp von Hessen, der neben dem sächsischen Kur-fürsten das politische Haupt der Reformation wurde. Wie man denÜbertritt zur neuen Lehre mit dem persönlichen Vorteile verbinden konnte,zeigte das Beispiel des Hochmeisters des Deutschordens in Preußen,des Hohenzollers Albrecht von Brandenburg, der den Ordenfür aufgehoben erklärte und das Land desselben mit Hilfe des Königsvon Polen als ein unter polnischer Oberlehensherrlichkeit stehendes erb-liches Herzogtum an sich riß (1525).
IV. Karl V.
1. Die Franzosen und Schweizer in Italien (1494 bis1515). — Wenn bei der Reformation und den gewaltigen Erschütterun-gen, die sie für Deutschland im Gefolge hatte, vom Kaiser kaum dieRede war, so hatte das seinen Grund darin, daß Karl V. meist vonDeutschland abwesend und mit großen Welthändeln vollauf beschäftigtwar. Die Hauptveranlassung dazu gab Italien. Die Zersplitterungdes herrlichen Landes hatte unter den benachbarten Mächten das Gelüsteerweckt, es zu unterwerfen, namentlich bei den mächtigen französischenKönigen. Schon Ludwigs XI. Sohn, Karl VIII-, eroberte 1494 Neapel,freilich ohne es auf die Dauer halten zu können. Sein NachfolgerLudwig XII. mußte dies Reich Ferdinand dem Katholischenvon Spanien überlassen; dafür riß er 1500Mailand an sich unterdem Vorwande, er sei durch seine Großmutter, eine Visconti, der recht-