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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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zur Handelsmetropole der neuen Welt, zu Neuamsterdam, demnachmaligen Newpork legten. Sie verdrängten die Hansa aus demVerkehr mit Osteuropa, die Italiener aus demjenigen mit der Levante;kurz es gab keinen Zweig des Handels und der Seefahrt, den sie nichtdurch ihre Beharrlichkeit und Geschicklichkeit an sich gebracht hätten.In Amsterdam, der Erbin Venedigs, Lissabons und Antwerpens,strömten alle Reichtümer der Welt zusammen, und während des ganzen17. Jahrhunderts war Holland unbedingt der erste See- undHandelsstaat der Erde. Diese Stellung zu bewähren, war dennauch das vornehmste Ziel seiner Staatsmänner und Gesetzgeber, undvon diesen lernten die Monarchen Europas, sich nicht bloß um Kriegs-ruhm oder um die Religion ihrer Untertanen zu bekümmern, sondernauch um die Quellen ihres Wohlstandes, um Handel, Gewerbe undAckerbau. — Bei der materiellen Wohlfahrt blieb auch die geistige Blütenicht aus, zumal Holland im Sinne des großherzigen Gründers seinerFreiheit allen Meinungen und Bekenntnissen eine Freistatt bot. Nach-dem der arminianische Streit verraucht war, stellte sich die Denkfreiheitwie von selbst wieder her, und das überall sonst in Schrift und Redegefesselte Wort floh nach Holland, das daher der erste DruckortEuropas wurde. Da konnte der jüdische Philosoph Spinoza (ch 1677),dessen Eltern vor der Inquisition aus Portugal hatten fliehen müssen,einer der größten Denker aller Zeiten, ungehindert seinen AnsichtenAusdruck geben, obschon er damit den Boden aller herkömmlichen Reli-gionen verließ. Eine glänzende Reihe von Gelehrten wirkte an denHochschulen des Landes, namentlich an derjenigen zu Lepden, dieeine Zeitlang die berühmteste Europas war. Nicht minder herrlich ent-wickelte sich die Kunst, zumal die Malerei, für welche die Niederlandeim 17. Jahrhundert wurden, was Italien im 16. gewesen war; unterden zahlreichen holländischen Meistern ist Rembrandt der bedeutendste(1606—1669).

9. Aufschwung Englands unter Elisabeth. — DerUntergang der Armada war ein Wendepunkt im Geschicke des Abend-landes überhaupt. Der Stern der Pyrenäenhalbinsel begann zu ver-bleichen und derjenige des nordwestlichen Europas aufzugehen. Philipp II.lebte gerade lange genug, um Zeuge des kräftigen Aufblühens all der