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Schatten seiner selbst; sah doch Antwerpen während eines halben Jahr-hunderts kein einziges Seeschiff. Noch zeigte sich ein Nachklang deralten Größe in der Literatur und Kunst; Lope de Vega, der überzwanzig Millionen Verse geschrieben haben soll, und Calderon, derFürst der kastilischen Dichter, bereicherten im 17. Jahrhundert dasspanische Theater mit einer Fülle poesievoller Schauspiele. Die SpanierVelasquez (1599—1660) und Murillo (1617—1682) und derAntwerpener Rubens (1577—1640) zählen zu den größten Meisternder Malerei. Allmählich erstickte jedoch die Inquisition auch diesegeistige Blüte, und eine dumpfe Trägheit, eine unglaubliche Unwissen-heit lagerte sich über alle Stände. Um das Jahr 1700 gab es- kaumeinen gebildeten Arzt in Spanien, wohl aber 9000 gntbesetzte Manns-klöster und noch viel mehr Frauenklöster; alle Stellungen, die irgendhöhere Bildung und Intelligenz erforderten, mußten von Fremden be-kleidet werden. Die letzten spanischen Habsburger, Philipp IV. undKarl II., traurige Schwächlinge — schlief doch der letztere aus Furchtvor Gespenstern nie anders als in Gesellschaft von drei Priestern —spiegelten gleichsam den Verfall der ganzen Monarchie wieder. Unterihnen ging auch die ehedem so gefürchtete Kriegstüchtigkeit der Spanierverloren. Im Jahre 1640 schüttelte Portugal das verhaßte Jochab und machte sich wieder zum selbständigen Staate unter dem HauseBraganza. Ungestraft riß Frankreich ein Grenzland um das anderean sich und wurde nur durch die Eifersucht der übrigen Mächte vonweitergehenden Eroberungen abgehalten. So war Spanien binnen zweiMenschenaltern aus dem ersten Staat Europas das Gespött der Weltgeworden, ein warnendes Beispiel, wohin religiöse und politische Knecht-schaft selbst ein begabtes Volk bringen kann.
II. Die Hugenottenkriege und Heinrich IV. von Frankreich.
Martin, Lavisse, s. S. 1. Philippson» s. S. 187. Danke, Französische Geschichte, vor-nehmlich im 16. und 17. Jahrhundert, 5 Bde. Soldan, Geschichte des Protestantismus in Frank-reich bis zum Tode Karls IX., 2 Bde. v. Polenz» Geschichte des französischen Calvinismus, 5 Bde.Segesser» Ludwig Pfyffer und seine Zeit, 3 Bde. Marcks, Gaspard von Coligny und das Frank-reich seiner Zeit. Daumgarten» Vor der Bartholomäusnacht, poirson, kiistoire äu re§ne cielienri IV., 4 Bde. Philippson, Heinrich IV. und Philipp I!!., 3 Bde.
1. Das Blutbad von Vassp (1562). — Gleichzeitig mit denNiederlanden hatte auch Frankreich alle Schrecken eines endlosen