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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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215
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III. Der dreißigjährige Krieg.

Ranke, Zur deutschen Geschichte vom Religionsfrieden bis zum dreißigjährigen Kriege. Der-selbe, Geschichte Wallensteins. Ritter» Deutsche Geschichte im Zeitalter ^der Gegenreformation unddes dreißigjährigen Krieges, 3 Bde. Gindely, Geschichte dos dreißigjährigen Krieges, 4 Bde. Der-selbe. Waldstein während seines ersten Geueralats. Winter, Geschichte des dreißigjährigen Krieges(Oncken). Drohfen, Das Zeitalter des dreißigjährigen Krieges (Oncken). Derselbe, Gustav Adolf,2 Bde. Derselbe, Herzog Bernhard von Weimar. 2 Bde. Schulz» Wallenstein und die Zeit desdreißigjährigen Krieges. P. Schweizer, Die Wallensteinfrage in der Geschichte und im Drama.G. Freytag, Aus dem Jahrhundert des großen Krieges (Bilder aus der deutschen VergangenheitDd. III).

Das Vorspiel (160717). Seit dem Augsburger Reli-gionsfrieden hatte Deutschland eine erträgliche Ruhe genossen, da diedeutschen Habsburger lange Zeit sich weit duldsamer zeigten als ihreVerwandten in Spanien. Karls V. Bruder, Ferdinand I., wardurch herbe Ersahrungen milde und versöhnlich geworden, und seinSohn Maximilian II. (156476) lies; es ruhig geschehen, daß derProtestantismus sich selbst der österreichischen Erblande bemächtigte undden alten Glauben säst ganz daraus verdrängte. Wenn Maximilian,ein Mann vorn Schlage Heinrichs IV., nicht offen zur Resormationübertrat, so trug das widerliche Gezänk ihrer Anhänger untereinanderdie Hauptschuld daran; wurden doch im lutherischen Sachsen die vomcalvinischen Teufel" Besessenen eingekerkert, gefoltert und selbst hin-gerichtet. Anders wurde es mit Maximilians Sohn Rudolf II., deram spanische» Hose von den Jesuiten erzogen worden war und demProtestantismus im eigenen Lande wie im Reiche sich äußerst feindseligzeigte. Doch hätte dieser träge, geistesschwache Kaiser ihm wenig Ge-fahr gebracht, wenn es nicht den tatkräftigen Herzog Maximilianvon Bayern gelüstet hätte, in Deutschland die Rolle der Guisen zuspielen. Den Ansang machte der Herzog 1607 mit einem Gewaltslreichgegen die lutherische Reichsstadt Dvnauwört h. Weil in dieser einekatholische Prozession gestört worden war, überfiel er sie im Namen desKaisers, der die Acht über sie aussprach, behielt sie als Ersatz für dieKriegskosten und unterdrückte zugleich ihren Glauben und ihre Freiheit.Diese freche Vergewaltigung einer freien evangelischen Reichsstadtschreckte die Protestanten aus ihrer Sicherheit auf, und ein Teil der-selbe» schloß unter dem Vortritt des reformierten Kurfürsten vonder Pfalz einen Verteidigungsbund, dieprotestantische Union",worauf Max mit der Stiftung einerkatholischen Liga" antwortete.