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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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seine bisherigen Bundesgenossen ins feindliche Lager zu treiben, nach-geben. Das Heer Waldsteins wurde stark vermindert und unter TilchsBefehl gestellt.

6. Landung Gustav Adolfs, Schlachten bei Leipzigund Lützen (163032). Trotz der Schwächung, welche die Machtdes Kaisers durch den Sturz Waldsteins erlitt, wären die deutschenProtestanten verloren gewesen, wenn nicht in demselben Augenblick einfremder Fürst ihnen die rettende Hand gereicht hätte, Gustav AdolfKönig von Schweden. Dieser ausgezeichnete Herrscher, ein EnkelGustav Wasas, hatte schon die glänzendsten Gaben des Staats- undKriegsmannes an den Tag gelegt. Mit wunderbarer Raschheit hatte ersein Land aus arger innerer Zerrüttung emporgehoben und ihm in acht-zehnjährigen ruhmvollen Kämpfen gegen äußere Feinde, Dänen,Russen und Polen, manche wohlgelegene Provinz, insbesondere dieGebiete am finnischen und rigaischen Meerbusen hinzugefügt, so daßnun das schwedische Reich die Ostsee rings umschloß. Jetzt wandte erseine Waffen gegen den Kaiser. Ein feuriger Protestant, wollte er denbedrängten Glaubensbrüdern im deutschen Reiche Hilfe bringen; aberauch das Wohl des eigenen Landes schien sein Eingreifen dringend zugebieten. Schon standen die kaiserlichen Heere an der Nordküfte Deutsch-lands, es fehlte ihnen nur an Schiffen, um auch in den skandinavischenReichen die politische und religiöse Freiheit zu erdrücken. Da glaubteGustav Adolf der drohenden Gefahr am besten durch den Angriff zu-vorzukommen, und Richelieu, der große Minister Frankreichs, derdie Übermacht des Hauses Habsburg fürchtete, bestärkte ihn darin, in-dem er ihm bedeutende Geldunterstützungen in Aussicht stellte. Solandete der Schwedenkönig 1630 um die Zeit, da Waldsteins Sturzerfolgte, mit 15,000 Mann auserlesenen Truppen auf der Insel Use-dom, an der pommerschen Küste. Gustav Adolf war kein gemeiner Er-oberer; mit seiner Tapferkeit paarte sich ein edles, menschliches Gemüt.Durch fein Vorbild nicht minder, wie durch feine Strenge gelang esihm, die rohe Kraft seiner Krieger zu bändigen und eine bewunderungs-würdige Mannszucht unter ihnen herzustellen. Einem solchen Heerewiderstanden die ihres Feldherrn beraubten kaiserlichen Banden inMecklenburg und Pommern nicht lange. Als er aber weiter vordringen