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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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wollte, um das von Tilli) hart bedrängte Magdeburg zu retten,wollten ihm die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, dieaus Furcht vor dem Kaiser ihre Glaubensgenossen schmählich im Stichgelassen hatten, nicht einmal den Durchzug gestatten. Dies brachteMagdeburg den Untergang. Tilly erstürmte es nach heldenmütigemWiderstand; in fürchterlichem Blutbade wurde fast die ganze Bevölkerunghingeschlachtet und die stolze Stadt bis auf den Dom ein Raub derFlammen. Seit Trojas und Jerusalems Zerstörung, berichtete derSieger nach Wien, sei eine solche Viktoria nicht gesehen worden (1630).Erbittert über das schreckliche Geschick Magdeburgs, nötigte GustavAdolf jetzt den Kurfürsten von Brandenburg durch Drohungen, sich mitihm zu verbünden. Als Tilly in ähnlicher Weise mit dem Kurfürstenvon Sachsen verfuhr und in dessen Land einbrach, da warf sich dieserebenfalls dem Schwedenkönig in die Arme und rief ihn zu Hilfe. BeiBreitenfeld in der Nähe von Leipzig stießen die beiden Heere auf-einander, und Tilly, der in 36 Schlachten unbesiegt geblieben war, er-litt durch die überlegene Kriegskunst Gustav Adolfs eine vernichtendeNiederlage. Das änderte die Lage der Dinge mit einem Male. Inununterbrochenem Siegeszug eilte jetzt Gustav Adolf westwärts an denRhein, um die Millionen Protestanten in den Rhein- und Maingegendenzu befreien. Dann suchte er den Herrn Tillys, den Kurfürsten vonBayern, im eigenen Lande heim. Umsonst stellte sich ihm Tilly amLech unweit dessen Mündung in die Donau noch einmal entgegen; erwurde wieder geschlagen und selber auf den Tod verwundet. Ohneseinen Sieg durch irgend welche Grausamkeiten zu beflecken, zog GustavAdolf in München ein. Schon dachte er daran, das evangelischeDeutschland zu einem dauernden Bunde unter seiner Führung zu ver-einen, vielleicht selbst sich zum Kaiser wählen zu lassen. — Inzwischenhatten sich Ferdinand und Max in der höchsten Not an den Einzigen,der sie noch retten konnte, gewandt, an Wald stein, der sich nachseinem Sturze ruhig auf seine Güter in Böhmen zurückgezogen hatte.Er ließ sich lange bitten, bis er wieder ein Heer warb, und erst nach-dem man ihm den unumschränktesten Oberbefehl zugesichert hatte, ent-schloß er sich, zu Felde zu ziehen. Der Kaiser sollte gar nichts in dieKriegsführung dreinreden dürfen und Waldstein im Falle des Verlustes