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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Altertum.

Schweine füttert. Odysseus entging dem gleichen Schicksal nur mitknapper Not. Hermes, der Götterbote, überreichte ihm ein Zauberkraut.Dieses schützte ihn vor der Kirke, ja, es gab ihm sogar Macht über dieZauberin. Sie mußte seine verzauberten Freunde wieder zurückverwandelnund freilassen.

Eines Tages geriet Odysseus auf einen Weg, der ihn in die Un-terwelt führte. Er sprach mit den Schatten der Verstorbenen. Er trafhier seine eigene Mutter, die kurze Zeit nach seiner Abfahrt nach Trojagestorben war. Von ihr bekam er die ersten Nachrichten von daheim.In dieser Schattenwelt sah er, wie ihrer viele Strafe litten für die Ver-gehen ihres Erdenlebens. Er sah den Tantalos, der, obschon er bisan die Kehle im Wasser stand, doch seinen brennenden Durst nicht löschenkonnte. Tantalos durfte seinen quälenden Hunger nicht stillen, wiewohl dieköstlichsten Früchte über seinem Haupte hingen. Auch dem Sisyphvssah er zu, wie er immerfort einen Stein bergan schob, der stets wiederherunter rollte. Wie froh war Odysseus, als er wieder an die Tages-helle hinaustrat.

Er stach mit seinen Gefährten wieder in See. Zwischen gefährlichenFelsen mußte er hindurchfahren (Scylla und Charhbdis). Die Scylla, einSeeungeheuer, fraß ihm sechs Gefährten weg. Dann kam ein Sturm.Rabenschwarz wurde der Himmel mitten am Tage. So etwas hattensie noch nie erlebt. Wie eine Nußschale wurde das Schiff hin und hergepeitscht und auf einmal an einen Felsen geschleudert, wo es scheiterte.An den Mastbaum sich klammernd, rettete sich Odysseus. Alle seine Ge-fährten hatte die Tiefe verschlungen. Er sah sich wieder auf eine ein-same Insel verschlagen. Doch traf er hier eine gütige Fee, Kalypso,die ihn freundlich aufnahm und fast ein Jahr beherbergte. Das Heimwehtrieb ihn wieder von bannen. Die Fee versah ihn mit allem Nötigen;so fuhr er wieder ins weite Meer Hinalls.

Ein neuer Sturm verschlug ihn ans Ufer der Phäaken, derenFürst sich des edlen Dulders annahm und ihn nach Jthaka, seinerHeimatinsel, führen ließ. Hier hatte seine Gattin Penelope 20 Jahrelang in ausharrender Treue auf seine Wiederkehr gewartet. Es hieß,Odysseus sei längst nicht mehr am Leben, und kecke Edelleute wollten siezwingen, sich mit einem von ihnen zu vermählen. Sie wohnten im könig-lichen Hause und verzehrten des Odysseus Hab und Gut. Als Bettlerverkleidet, nur von seinem Sohn und einigen treuen Hirten wieder-erkannt, schlich sich der Held in den Palast herein. Penelope sagte so-eben zu den Freiern, sie werde nur denjenigen zum Gemahl erwählen,der Kraft genug besitze, den Bogen des Odysseus zu spannen. Das warkeiner imstande. Odysseus aber im Bettlerkleid trat vor und spannte denBogen mit Riesenstärke. Er zielte auf die Freier, überwand und bestraftesie alle mit dem Tode. Dann umarmte er die treue Penelope. Die Zeitseiner Leiden war zu Ende.

Vergleiche im Lesebuch 1. Band, Seite 19S „Odysseus in der Zyklopenhöhle".