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Bilde: aus dem Altertum
am schönsten Svmmertag der Festzug zu Ehren der Pallas Athenesich zur Burg hinauf bewegte. Über breite Marmorstufen kam man zueinem weißglänzenden Säulentor. Das waren die Propyläen. Stiegman von hier vollends zur Höhe, so stand man vor dem ehernen Riesen-standbilde der Schutzgöttin Pallas Athene. Von Phidias aus dem Erz derPerserbeute gegossen, hielt diese über zwanzig Meter hohe Figur eineLanze in der Hand. Die vergoldete Lanzenspitze und der Helmbuschder Göttin waren das erste, was der athenische Schiffer von seinerVaterstadt begrüßte, wenn er heimkehrend ums attische Vorgebirge her-umfuhr.
An diesem Standbild Vvrüberschreitend, gelangte man bald zumParthenon. Er war der schönste der Tempel, die den Burgfelsen krönten,ja das schönste Bauwerk des ganzen Altertums. Wie die meisten Griechen-tempel, bildete er ein Viereck. Säulen von edelster Form trugen dassanft geneigte Dach. Je acht standen auf den Schmalseiten und je 17auf den Längsseiten. Das Steingesims über den Säulen war mit tief-blauer, roter und gvldner Farbe bemalt, die Giebelfelder und Außen-seiten mit erhabenen Figuren von Göttern und Helden verziert. Denschönsten Schmuck aber barg das Innere des Tempels. Wer durch dashohe Tor in den Tempel eintrat, dem leuchtete aus dem Halbdunkelfeierlich und groß das andere Athene-Standbild des Phidias entgegen.Über einem Hvlzkern trug dieses Bild eine Rüstung aus reinem Gold,seine Augen waren blitzende Edelsteine, sein Antlitz aus Elfenbein strahltevon Milde und Hoheit. Neben dem Zeusbild in Olympia war diesesWerk das herrlichste, was der Künstler Phidias hervorgebracht. Denübrigen Tempelraum füllten Weihgeschenke in Menge, Schalen, Lanzenund anderes Prunkgerät aus. In einem andern Gemach des Parthenonbargen die Athener ihren Staatsschatz.
VII. Alexander von Mazedonien,
: Der Vater Alexanders war Philipp von: Mazedonien. Dieser hatte sich den Süden der
1- Alexanders Äugend.
Balkanhalbinsel Untertan gemacht. Er gab seinem Sohn die besten Lehrer
damaliger Zeit. Alexander sollte an Körper und Geist gleichmäßigausgebildet werden. Wie ein junger Grieche übte er seinen Körperim Wettlaufen, Speerwerfen, Ringen, Wagenlenken, Reiten und Fech-ten. Ein Reiter wurde er, wie sonst kein Zweiter; er bezwäng diewildesten Pferde. Unter seinen Lehrern liebte er am meisten denGriechen Aristöteles. Dieser größte Gelehrte des Altertums pflanzteihm nicht nur Kenntnisse ein. Er flößte ihm auch eine glühendeBegeisterung ins Herz für griechische Kunst und Wissenschaft. Vonihm erlernte^Alexander die homerischen Gesänge. Von diesen war er