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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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V. Julius Cäsar.

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und Teutonen. Beide gehörten zum mächtigen Volk der Germanen,die zwischen der Nord- und Ostsee, dem Rhein und der Donau saßen.Ein wandernd Volk mit Weib und Kind, Hab und Gut suchte eine neueHeimat. Hohe Gestalten waren es, Männer und Frauen, mit blondemLockenhaar und tiefblauen Augen, von rauhen Sitten und großer Tap-ferkeit. Heerkönig war der Tapferste und körperlich Größte. Mit Schwert,Schild und Wurfspeer, unter entsetzlichem Schlachtgebrüll griffen sie dieFeinde an. Doch Marius fürchtete sich nicht vor ihnen. Als sie inGallien einbrachen, mit ihnen auch die Helvetier unter Diviko,führte er sein Heer an die Rhone. Bevor es zur Entscheidung kam,trennten sich die Helvetier von dem übrigen Wandervolk. Sie besiegten ^eine römische Abteilung bei Agens an der Garonne, ließen die römischenGefangenen zum Schimpf unter dem Joch hindurch gehen und kehrtendann in ihren Gau zwischen Alpen und Jura zurück. Marius besiegtedie gefürchteten Germanen in zwei gewaltigen Schlachten im Rhonedeltaund in der Ebene des Po (AquäSextiä und Vercellä). ZumDank für die Rettung machten ihn die Römer zum sechstenmal zumKonsul. Doch verblich sein Ruhm später vor dem des Sulla, der demrömischen streich im Osten neue, große Länder eroberte und den mächtigenKönig Mithridätes am Schwarzen Meere schlug. Nun begannengreuelvolle Bürgerkriege, in denen der Freiheitssinn unterging. Dasrömische Reich fand seinen Meister in Julius Cäsar.

, ».. Gajus Julius Cäsar war ein naher Ver-

Der Dreimännerkund. i wandter des Marius. Auch er trat als Führer

. ^ der Volkspartei hervor. Er stammte aus einem

der ältesten Geschlechter Roms. Aus seiner Jugendzeit ist wenig zuberichten. Er schien eine recht zarte Gesundheit zu besitzen. Was ihnschon früh auszeichnete, war seine Gewandtheit in der Überwindungvon Gefahren, so, als er einmal den Seeräubern in die Hände fiel.In Rom trieb er es als Jüngling ziemlich toll mit Schuldenmachen.Er verschwendete Millionen, um sich die Volksgunst zu sichern. AlsBeamter in Spanien sammelte er neuen Reichtum. Dann kehrte ernach Rom zurück und verband sich im Jahr 60 v. Chr. mit Pom-pejus und Crassns zu einem Dreimännerbund. Der klügsteund gewandteste der drei war Cäsar, ebenso geschickt als Feldherr,wie als Staatsmann und Gelehrter. Pompejus war in diesem Augen-blick der berühmteste; er hatte im Morgenland die Siege Sullaserneuert. CrassuS half den beiden andern mit seinen riesigen Geld-mitteln. Er wußte selber nicht, wie reich er war.