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Bilder aus dem Miltclalter.
frei und unbeengt aus eigenem Grund und Boden zu Hausen. Tau-sende von Höfen entstanden. Weniger zahlreich waren die Dörfer. Dasvon den Römern bebaute Land genügte ihnen nicht. Weite Wald-gebiete machten sie urbar. Dörfer legten sie gern längs der fließendenGewässer an, wohin man das Vieh zur Tränke trieb, und wo dieFrauen die Wäsche besorgten. Jedem Familienvater wurde etwa einehalbe Jucharte Land ausgemessen und durch das Los zugeteilt, woer seine Hofstätte errichten konnte. Dann teilte man auch jedem Hof-besitzer soviel Acker- und Wiesland zu, als er nach Kopfzahl undHerdenbesitz notwendig hatte. Jede Familie erhielt durchschnittlicheine Hübe, d. h. etwa 40 bis 50 Jncharten Land als Eigenbesitz.Innerhalb der Dorfmark blieb aber noch viel Wald und Weidelandals unverteilter Gemeinbesitz (Allmend). Dort durften nichtnur die Freien, sondern auch die Unfreien das nötige Holz zumBauen und Feuern holen und ihr Vieh auf die Weide treiben. Anirgend einem bestimmten Platz im Dorf oder in dessen Nähe, etwaunter einer breitschattigen Linde, Eiche oder Buche, versammelten sichdie Dorf- oder Markgenossen zu Beratungen. Dies war die Ding-stätte. Man bestimmte die Art der Benutzung des Gemeindelandes,stellte Flurgesetze auf, setzte die Zeit der Aussaat und der Ernte fest.Etiva vier angesehene Männer, „die Vier", wurden beauftragt, dar-über zu wachen, daß jedermann die Gebote befolgte. Das sind dieAnfänge der Gemeindeordnung und der Gemeindebehörden. Die Ding-stätte war zugleich Nichtstätte. Hier sprach der Hnu unter Mit-hülfe der Freien, die in einem Ring um ihn herumstanden, das Rechtund bestrafte die Frevler.
3. Iic Hrtsnamen.
: Wohl haben die Alamannen bei ihrem Einbruch dierömischen Ortschaften niedergebrannt. Doch an der
gleichen Stelle gründeten sie Dörfer und gaben ihnen öfters die gleichenNamen. Diese machten sie sich mundgerecht. Aus Salvdurum wurdeSolvthurn, aus Turikum Zürich. Für die Menge der neuen Siedelungenmußten sie neue Namen erfinden. Diese neuen Ortsnamen sind teilsPersönliche, teils landschaftliche und erinnern häufig an die Tätigkeit desUrbarmachens (Rüti, Brand, Schwanden, Stocken). Meist hat der Be-sitzer einer Hofstatt oder der Vorsteher einer Sippe der Ansiedlung denNamen gegeben, z. B. Zollikvfen, d. H7 der Hof des Zvlling, Rapperswil, d. h.der Weiler des Radbert usw. Häufig ist dem Namen die Endung „ingen"angehängt. Dieses „ingen" (von ing) bedeutet Geschlecht oder Nach-kommen.