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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Mittelalter.

Versammelten sich zu St. Moritz im Wallis und riefen einen derihren, Rudolf I., zum König aus. Er und sein Sohn Rudolf II.erweiterten ihr Reich weit über den Jura, den Alpen entlang nachSüden und über einen Teil des alamannischen Gebiets bis an dieNeuß. Das beimische Mittelland war somit burgundisch geworden, ob-gleich hier Alamannen saßen. Der Norden und Osten unseres Landesgehörte zum Herzogtum Alamannien. Das war eines der 5 großenHerzogtümer Deutschlands (Bayern, Lothringen, Franken und Sachsen).Dieses Reich war im Begriff, nach dem Ableben der Karolinger(Nachkommen Karls d. G.) in Kleinstaaten zu zerbröckeln. Zudemdrohte eine große Landesgefahr, die Einfälle der Ungarn. Auf demPfad der Hunnen war dieses fremdartige Volk in die Donauebenegekommen. Von hier streiften seine Reiterschwärme raubend undmordend bis an den Rhein. Am meisten litt der Süden Deutsch-lands. Sie überfielen und plünderten auch einmal die Abtei St. Gallenund brannten zum Teil den Bischofsitz Basel nieder. Sie ritten aberauch dem Norden zu bis ins Gebiet der Sachsen und Franken. Diedeutschen Fürsten sahen ein, daß sie sich einigen mußten, und wähltenden tapfern Sachsenherzvg Heinrich I. zum König. Zuerst wares Heinrich nicht möglich, den Räubern kräftig zu begegnen. Erwar froh, einen Waffenstillstand mit ihnen zu schließen, und versprach,ihnen 9 Jahre lang einen Zins zu entrichten, wenn sie das Landverschonten. Nun sing in Deutschland ein emsig Bauen an. Manumgab alle größern Ortschaften, namentlich die Marktflecken und Bischof-sitze, mit Mauern und bewehrte diese mit Türmen. Das vorrätigeKorn barg man in großen Speichern. Nur in den befestigten Plätzensollten die Gerichstage und Volksversammlungen abgehalten werden.Heinrich gab Befehl, daß se der neunte Mann darin Quartier nehme.Die Not lehrte viele Deutsche, ihre frühere Siedelnngsart aufzugebenund in Städten zu wohnen. Heinrich erhielt den Beinamen derStädtegründer. Vom 10.—13. Jahrhundert sind im deutschenReich mehrere hundert größere und kleinere Städte gegründet worden.Heinrich gewöhnte seine Sachsen auch an Kriegsdienste zu Pferd.Sobald er sich stark genug fühlte, gab er den Ungarn keinen Zinsmehr. Da kamen sie wieder in hellen Haufen, alles verwüstend,herangeritten. Aber Heinrich besiegte sie am Flüßchen Unstrut (933).Noch gründlicher schlug sie dann Heinrichs Sohn OttoI. unweitAugsburg am Lech 955 in einer gewaltigen Schlacht. Von jetzt an