Bilder aus dem Mittelalter.
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Haufen und frei umherlaufendes Vieh, all dies gab vielen Städten dasAussehen eines schmutzigen Dorfes. Die Straßenbeleuchtung fehlte ent-weder ganz oder war sehr schlecht. Um so größer« Wert legten dagegendie Bürger auf die Errichtung herrlicher Münster mit hohen Türmenund stattlicher Rat- und Zunfthäuser.
3. Aas bürgerlicheWohnhaus.
Die Häuser waren meistens aus Holz gebautund mit Stroh, Schilf, seltener mit Schindeln ge-deckt. Fenster, Öfen und Schornsteine waren nochnicht allgemein verbreitet. Allmählich aber fingen Adelige und wohl-habende Kaufleute an, geräumige, dauerhafte Steinhäuser zu errichten,die sie außen oft stark befestigten und reich verzierten. Doch hatten selbstdiese „Paläste" der Vornehmen im Innern enge Gänge und Treppen,niedrige Stuben mit oft ganz kahlen Wänden. Auch die Möbel warenentsprechend einfach und spärlich. Auf den Gesimsen standen Kannen,Teller und Schüsseln.
.. . . . . . Die Bürger trieben Handel, Ackerbau und Gewerbe.
: 4. Aie Mürgerlchaft. k taten sich je nach ihrer Beschäftigung zu Zünf-: - ten(Gilden,Innungen)zusammen.'Schmiede-
zunft, Bäckerzunft usw. Jeder Bürger mußte einer Zunft ange-hören, sonst durfte er sein Geschäft nicht betreiben. Vor dem Eintrittin die Zunft mußte der Handwerker eine Prüfung ablegen und einMeisterstück verfertigen. Adelige und Kaufleute bildeten manchmalein und dieselbe Zunft (Konstafler). Jede Zunft hatte ein Zunft-haus oder doch eine Zunftstube, wo sich die Zunftgenossen'ver-sammelten. Auch hatte sie ein eigenes Wappen und eine Fahne.An der Spitze der Zunft stand der Zunftmeister, der alle sechs Mo-nate oder alljährlich wechselte und in vielen Städten Mitglied des Rateswar (Zunftstädte). Oft wohnten die Bürger, die das gleiche Handwerktrieben, in einer und derselben Gasse: Schmiedengasse, Metzgergasse,Kramgnsse, Keßlergasse.
Die Bürger erwählten aus ihrer Mitte erfahrene, tüchtige
Männer, die für Recht und Ordnung zu sorgen hatten.Diese bildeten den Rat der Stadt, dessen Haupt der Bürgermeisteroder Schultheiß war. Der Rat kam im Rathaus zusammen. Dieseswar eine Zierde der Stadt und der Stolz der Bürgerschaft. Von großerBedeutung für eine Stadt war auch der Markt ; denn Markt und Mauerunterschieden die Stadt von den Dörfern.
Wie der Ritter seine Burg, so mußten die Bürger ihre
1 ".. Stadt verteidigen. Das Bürgerheer bestand aus Reisigen
oder Reitern (Adeligen) und aus Fußvolk (Handwerkern). Jede Zunftführte ein eigenes Banner und stand unter dem Befehl des Zunftmeisters.In Zeiten der Not wurde noch besonderes Kriegsvolk angeworben. DenOberbefehl über das ganze städtische Heer führte der Schultheiß oder der