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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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106
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lOü Wie Bern und die Eidgenossenschaft gegründet wurden.

Nun wünschte auch Bern, mit seinen treuenHelfern iin Laupenstreit in eine feste, einigeVerbindung zu treten. Königin Agnes hatte1340 die Berner bewogen, mit Österreich einen Vertrag zu schließen.Der Herzog bot sie zur Belagerung von Zürich auf. Das war ihnenhöchst zuwider; einer solchen Pflicht wollten sie sich für immer ent-ziehen. Am 6. März 1353 traten die Boten der Berner und dieder drei Waldstätte in Lnzern zusammen und beschworen einenewigen Bund. Beide Teile behielten sich vor, auch noch mit andernLändern, Städten und Herren nach freiem Willen sich verbinden zudürfen (Bündnisfreiheit). Hätte Bern mit den Eidgenossen zu ver-handeln, so sollten die Boten jeweilen im Kienholz bei Brienzzusammenkommen und ihre Verabredungen treffen. Mit andernGliedern der Eidgenossenschaft stand Bern damals noch nicht imunmittelbaren Bunde, nur mittelbar durch die 3 Waldstätte. DasZiel aller eidgenössischen Vereinigungen war, die Macht des Adelszu bekämpfen und vor allem dessen Haupt, deu Herzog vonÖsterreich. In diesem Kampf ging immer Schwyz am kühnstenvoran. Es führte im Bund das erste Wort. Mit seinem Namenbegann man später die Eidgenossenschaft zu bezeichnen. Mit demAnschluß der Städte Bern und Zürich trat der Schweizerbnnd ausdem Gebirg in die Ebene hinaus. Er war ein sehr lose gefügterStaaten bund, der von 1353 an aus 8 Orten bestand. SeineKraft beruhte in dem Geist der Treue und in der unerschütterlichenLiebe zur Freiheit.

5. Merns Hintritt inden Mnnd 13'>3.

IX. Die Zeit des Gugl'ersturrnes und desWuugdorfer Krieges.

Bern hatte im Laupenstreit schwere Opfer bringenDie 3. Ringmauer.' ! müssen. Es war ein Kampf um Sein oder Nicht-Oebietsznwaltis. ' ^ sein. In kurzem aber erholte sich die Stadt von^ dieser Kraftanstrengung. Sie plante neue Vergröße-

rungen ihres Gebiets. Zunächst erweiterte und befestigte sie sich selbernoch etwas besser. Eine Neustadt hatte sich außerhalb der zweitenStadtmauer gebildet. Auch diese sollte umwallt werden. Von l345 anbauten die Berner innert 1*/2 Jahren eine dritte Stadtbefestigungmit' Graben, doppelter Ringmauer, vielen Türmen und Toren. DerHauptausgang war nun das Obertor mit dem gewaltigen, viereckigenTurm aus Tuffsteinblöcken. Er wurde später noch erhöht, ja bis auf