124 Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.
den am Morgen zersprengten Feinden dicht gesperrt. Nur zum Siechen-haus blieb ihnen der Weg "noch offen. Hier fanden sie Vorräte undeinigen Schutz in ihrer Not. Die Gartenmauer schützte vor demandrängenden Feind. Hier fochten sie mit grimmem Löwenmute ihren
letzten Kampf, nichtweniger tapfer alsLevnidas und seineSpartaner. Derfranzösische Feld-herr ließ einen Teilder Reiter absitzenund gegen dieMauer Sturm laufen. Ihr Angriffprallte machtlos ab.Doch gelang es deinFeind, das Siechen-hans in Brand zustecken. Die Gartenmauer bot immernoch Schutz. Pul-ver und Kanonenschafften die Öster-reicher herbei. Steinum Stein fiel dieschützende Mauer.Die Armagnakenweigerten sich zu
Va 5 8t. Iskob-Vcnkmsi. stürmen. Ritter
Burkhard Münch
sollte die Rasenden zur Übergabe auffordern. Er ritt zur Mauerhin und redete sie höhnisch an: „Ich sehe in einen Rosengarten!"Da sauste ihm ein Stein aus Haupt. Blutüberströmt fiel er vomPferd. Wieder krachten die Büchse». Die Eidgenossen waren vonFeinden ganz umringt. Wer noch Kraft hatte, eine Waffe zu führen,der stürmte über die Manertrümmer hinweg auf den andringendenGegner los. Bei Anbrach der Nacht lagen sie alle vor dem Gartenerschlagen, oder sie waren im brennenden Hause erstickt. Die Walstatt