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Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.
diesem Bund. Doch Bern riß sie mit sich. Die Bern er erhieltenim Herbst 1474 einen zweifachen Auftrag. Sie sollten namens der Eid-genossen den Bund mit Ludwig abschließen lind gleichzeitig anKarl den Kühnen die Absage senden. Beides geschah. Im Oktober1474 erklärten sie Karl als „Glieder des deutschen Reichs" den Krieg.
V. Die Siege bei Kericorirt und Grcrndson.
1. Der Iteichskrieg.Der Sieg vei Kericourt.
Unter dem Banner des Reichs zogen die Eid-genossen sogleich mit aller Macht ins Feld. Siebelagerten die burgundische Grenzfeste Heri-court. 8000 Krieger aus der niedern Vereinigung und den österreichischenVorlauben schloffen sich ihnen an. Einstige Gegner kämpften Schulteran Schulter. Die Belagerung begann ihnen langweilig zu werden. Dakam ein burgundisches Heer angerückt, doch nicht unter den: Herzog. Ihnhielt die Feste Neuß monatelang zurück. Kecken Mutes rückten sie diesenBurgundern entgegen und trieben sie im ersten Anprall in wilde Flucht.1600 Tote ließen die Feinde zurück. Nach drei Tagen ergab sich Hericvurt.Nun glaubten die Eidgenossen, ihre Reichspflicht erfüllt zu haben undzogen heim. Ludwig hatte seine helle Freude an diesem Sieg derSchweizer. Er ließ durch Niklaus von Diesbach 20,000 Franken untersie verteilen. Der Klang des Goldes wirkte verlockend. Die Eidgenossender westlichen Orte machten im Laufe des Jahres 1475 verschiedene neueEinfälle in die bnrgundischen Grenzgebiete. Die Berner standen daimmer im Vvrstreit. Im Herbst zogen sie aus, die Waadt zu er-obern. Die Herzogin Jolantha von Savvyen hatte sich mit Karlverbündet. Von Murten bis an den Genfersee ergaben sich ihnen alleStädte und Schlosser ohne viel Widerstand. In Stäffis (Estavayer),das sich wehrte, wurden fast alle Bewohner ermordet. Die Freiburger,welche sich ganz zu den Eidgenossen hielten, nahmen Romvnt und dieOberwalliser das untere Rhone tal bis St. Moritz ein. Genf ließman in Ruhe, weil es eine Brandschatzungssumme zu bezahlen versprach.
Herzog Karl zog endlich von Neuß abund warf sich auf das HerzogtumLothringen. Dieses lag trennendzwischen Burgund und den Nieder-
: 2. Wie die Kürsten Ariedrich »I.und Ludwig XI. die Hidgcnossentreulos im Stich ließen.
landen. Karl verjagte den jungen Herzog Renatus des Landes undzog in Nancy, der lothringischen Hauptstadt, ein. Niemand nahm sichdes Flüchtlings an. Lässig und lahm betrieb der Kaiser den Reichskricg.Auf einmal hieß es, Friede sei zwischen ihm und Karl geschlossenworden, und der Sohn des Kaisers, Maximilian, werde sich mitKarls einzigem Kind, der Erbtvchter Maria, vermählen. Der Kaisersah nur auf den Gewinn, der seinem Haus erwuchs. Eigennützig gab