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Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.
halten werden, bis die Eidgenossen sich alle gesammelt hätten. Denbesten und tapfersten ihrer Führer wählten sie für diesen Posten,Adrian von Bubenberg. Weil er den Bund mit Frankreichmißbilligt hatte, war er aus dem Rat gestoßen ivorden. Von seinemSchlosse zu Spiez holten ihn die Boten des Rats zurück. Er vergaßdas ihm angetane Unrecht und übernahm den Befehl über die 2000Mann der Mnrtener Besatzung. Er verstärkte die Befestigungen durchSchanzwerke außerhalb der Mauern. Mit Geschütz und Büchsen-meistern war er wohl versehen. Er ließ alle seine Krieger schworen,jeden mit dem Tode zu bestrafen, der von Ergebung spreche. Am10. Juni schloß Herzog Karl den Belagerungsring um das Städtchen.Von seinem Zelt auf dem Bodenmünsi-Hügel überblickte er bequemdie Gegend. Nur über den See hin konnte Bubenberg noch Bot-schaft nach Bern schicken. Murten wurde beschossen. Doch die drinnenerwiderten das Feuer und besserten die Breschen rasch wieder aus.Ein schwerer Tag für die Besatzung war der 18. Juni. Von derFrühe bis zum Nachmittag ließ der Herzog seine größten Bombardon,seine Riesenmörser, gegen die östliche Mauer spielen. Ein langesStück der Mauer stürzte. Dann gegen Abend erging ein wütenderSturm lauf der Burgunder. Mit unerhörtem Mut widerstand dieBesatzung. Bubenbergs Krieger deckten als eine lebendige Mauer dieweite Bresche. Kein Feind kam da hindurch. Dieser mißglückte Sturmkuickte den Mut der Burgunder. Er bereitete ihre Niederlage vor.Doch viele solcher Stürme hätte Murten wohl nicht ausgehalten. Bubenberg aber mahnte den Rat zu Bern, man möge sich dort nicht über-eilen, sondern warten, bis alle Eidgenossen beisammen seien. „Solange eine Ader in uns lebt, gibt keiner nach!"
! ! Tünch Feuerzeichen von einer Hochwacht znr
! der Hidgen-tü-n/ ! andern („Chutzen"), auch durch Botschaften
.. . . . mahnte Bern die Eidgenossen und Ver
kündeten um Hilfe. Lange fand es kein Gehör. Als aber bur-gundische Streifscharen bei Lanpen und Gümmenen bernischesGebiet angriffen, da galt keine Ausrede mehr. Die Hirten, die ihrVieh sömmerten, stiegen von den Alpen. Hans Wald mann schriebden Zürchern, sie möchten doch nicht die letzten sein. In drei Tage-märschen legten 5000 Ostschweizer den Weg von Zürich nach Bernzurück. Sie kamen spät abends in die erleuchtete Stadt und ruhtenetwas aus. Man erquickte sie mit Speise und Trank. Dann setzten