IX. Maximilian und der Schwabenkrieg.
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IX. WclXimiLicrn und der Schwabenkrieg.
1. Die Schweiz entfremdet sichdem Deutschen Iteich,will ganz unabhängig werden.
Mächtig durch ihre Siege und neu: geeinigt durch den Friedensschluß zu: Staus, stand die zehnörtige Eidge-^ nossenschaft in hoher Achtung beiallen Nachbarn. Jedermann wollte ihr Bundesgenosse sein. Als sie nochklein war, hatte sie vom HauseÖ st erreich losgestrebt und dabei vomReich Schutz und Hilfe genossen. Wie sie nun groß und stark geworden,strebte sie nach der vollen Unabhängigkeit — auch vom Reich. DerGedanke an Trennung vom deutschen Reich kam den Eidgenossenerst dann, als der Kaiser, das Reichsoberhaupt, so treulos an ihnen han-delte. Von Friedrich III. hatten sie nichts als Bitteres erfahren. Errief die Armagnaken herbei. Er trieb sie in den gefährlichen KriegWider Karl hinein und ließ sie darin schmählich im Stich. Wohl ihnen,daß sie sich selber helfen konnten. Sie waren sich ihrer Stärke bewußtgeworden. Sie konnten leben ohne des Reiches Schutz und kümmertensich wenig mehr um Kaiser und Reich. Zu dieser Entfremdung vomReich trug auch der Haß bei, der namentlich an der Rheingrenze zwischenSchwaben und Schweizern um sich griff. Beide waren vom gleichenalamannischen Stamme, aber Politisch geschieden. Diesseits des Rheinshatte die Volks freiheit gesiegt, jenseits war der Adel Meistergeblieben. Dieser war unversöhnlich. Er schürte den Haß und trieb zuneuem Krieg.
2. Kaiser Maximilian 1 fin besserer Kaiser als Friedrich III. wari sein Sohn, der ritterliche Maximilian. ErReichstag zu Wsrms. i wollte das zerfahrene deutsche Reich neu. ... ordnen, dem Fehdewesen steuern, die Kaiser-gewalt wieder stärken. Er besaß auch reichere Mittel dazu. Die Nieder-lande und die Freigrafschaft hatte er zum Habsburgischen Erbe hinzu-gefügt. Er schätzte und achtete die Eidgenossen. Ein so streitbares Volksollte dem Reich nicht verloren gehen. Er wünschte, daß sie ihm bei-stünden Wider die Reichsfeinde. Das waren die Türken, die, nachdemsie Konstantinvpel 1453 eingenommen, bald auch die Donauländer be-drohten, und die Franzosen. Er wollte die Schweiz wieder engermit dem Reich verbinden. In Worms hielt er 1495 einen Reichs-tag ab. Die deutschen Fürsten und Städtevertreter, die hier versammeltwaren, erklärten auf seinen Wunsch einen allgemeinen Land-frieden: alle Fehden sollen aufhören. Wm Unrecht geschieht, der wendesich ans Reichskammcrgericht. Sie beschlossen auch eine Reichssteuer,genannt der gemeine Pfennig, woraus man die Mittel zum Reichs-krieg bestritt. Das war für Deutschland alles recht und gut. Allein dieEidgenossen weigerten sich, die Wormser Beschlüsse für ihr Land anzuer-kennen. Sie hielten ja den Landfrieden besser, als irgend ein anderesdeutsches Land. Sie begnügten sich mit ihren eigenen Richtern. Im