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Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.
der Unzufriedenheit auf Waldmann allein. Hinterlistig rissen sie denRat zu einer sehr unklugen Maßregel hin. Da die großen Bauernhundehie und da die Rebgelände und den Wildstand schädigten, beschloß derRat, daß diese Tiere sämtlich abgeschlachtet werden sollten. Ratsbotenreisten in die Landschaft, um das Töten der Hunde zu überwachen. Daserbitterte die Landleute. Sie leisteten Widerstand, rotteten sich zusammen.Die Bewohner der Seegemeinden zogen in Scharen Wider die Stadt.Es war am 1. März 1489. Eidgenössische Boten eilten herbei undbeschwichtigten die Seeleute. Der Rat von Zürich versprach, die unbe-liebten Mandate aufzuheben und niemand des Auflaufes wegen zu be-strafen.
, Man glaubte, der Sturm sei vvr-
1. Der Ausftano des Landvolks. . .. " « . ^
Der Derrat in der Stadt. ! über. Es krankte den Stolz Wald-
Pas Hnde Waldmanns. - manns, daß er hatte nachgeben müssen.
. ,», „4 , . Er ließ den Schreiber ins Ratsbuch
eintragen, die Bauern hätten die Regierung fußfällig um Verzeihung ge-beten. Diese frevle Unwahrheit kam den Bauern zu Ohren. WährendWaldmann nach Baden ritt, um seinen Ärger zu vergessen, entfachten
seine Todfeinde im Volk einen neuen, noch größern Aufstand. Raschkehrte er nach Zürich zurück. In der Stadt selber gewannen seineGegner diesmal die Oberhand. Von außen drohte zu Tausenden derLandsturm. Schon hatten sich auch die eidgenössischen Boten wieder ein-gefunden. Um die Treue der Bürger wieder zu festigen, ließ Waldmanndie Zünfte sich auf ihren „Stuben" versammeln. Er wollte sie eine umdie andere besuchen. Da zogen seine Gegner die Ratsglocke. Er mußteseinen Rundgang unterbrechen und aufs Stadthaus eilen. Bald wardieses von einer wilderregten Menge umlagert. Diese schrie nach Wald-mann und seinen zwölf „Aposteln", den Zunftmeistern. Die Schieds-boten vermochten die Tobenden nicht zu beschwichtigen und gaben ihnpreis. Ein Kahn führte den Gefangenen zum Wellenberg, einem Turmin der Limmat. Ein neuer Rat wurde gewählt und saß über dengestürzten Bürgermeister zu Gericht. Sie quälten ihn auf der Folterund verurteilten ihn zum Tode. Am 6. April führte man ihn aufeine Matte außerhalb der Stadt. Unerschrocken und gefaßt erlitt erden Todesstreich. Man bestattete ihn im Fraumünster. Einige seinertreusten Anhänger folgten ihm im Tod. Dem Landvolk gewährte manin den Waldmannschen Spruchbriefen seine alten Rechte, freienHandel und Verkehr. Die Seebauern erhielten das besondere Recht,Wünsche und Beschwerden der Regierung durch Vertrauensmänner kundzu tun. Nun kehrte die Ruhe im Zürcherland zurück. Was Waldmannfür Zürich Gutes erstrebt, hat dann eine spätere Zeit erfüllt.