I. Erfindungen und Entdeckungen.
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setzen. Seine Druckerpresse glich der Presse, mit der man seit langemdie Münzen prägte. Gutenberg verband sich mit zwei andern geschicktenMännern. Sie vervollkommneten ihre Kunst sehr rasch. 1455 kamdas erste größere Werk, eine lateinische Bibel, zustande. Zuerst be-trieben sie diese folgenreiche Erfindung als Geheimkunst. Als aberMainz 1462 einen Überfall erlebte, zerstreuten sich die Drnckcrgesellennach allen Richtungen. Für Deutschland war Basel lange Zeit derberühmteste Drnckort. Dort erschien z. B. 1507 die erste gedruckteSchweizerchronik. Im Bernbiet kam zu Burgdorf die ersteDruckerpresse in Gebrauch. Apiarius war der erste Buchdrucker inBern. Erst jetzt, da sich die billigen Druckschriften verbreiteten, standallein Volk der Weg zur Bildung offen. Für einen Gulden kaufteman sich jetzt ein Büchlein, das früher mehr als das Hundertfachegekostet hatte. Ein gewaltiger Lerneifer griff um sich. Erwachsene so-gar übten sich im Buchstabieren. Sie wollten noch im Alter dasnachholen, wozu ihnen in der Jugend die Gelegenheit gefehlt hatte.
<>. In Italien ein Wie-dcrerwachen der Iiünsteund Wissenschaften.
Die Italiener waren damals die gebildetstenEuropäer, das wahre Entdeckervolk jener Zeit.Äußere Macht hatten sie wenig. Ihr Land warzersplittert in eine Menge von Fürsten-tümern (Mailand, Neapel n. a.) und Republiken (Florenz, Venedig,Genua u. a.), die sich oft befehdeten und fremde Machthaber anlockten,wie z. B. in den Mailänderkriegen. Doch im Geistesleben standensie allen Völkern voran. Ihr Land war voll von Erinnerungen ansAlter Arm, von Denkmälern einer großen Zeit. Mit Stolz nanntensie sich die Nachkommen der mächtigen Römer. Sie fingen an,längst vergessene Dinge im eigenen Land neu zu entdecken. Ausdem Staub der Klvsterbibliotheken zogen sie die Schriftwerke deralten Griechen und Römer, der Dichter und Gelehrten, wieder ans Licht.Sie bestaunten die Ruinen der alten Bauwerke und wühlten marmvreneund eherne Bildwerke aus dem Schütte. Da sie selber so kunstbegabtwaren, singen sie an, diese Werke nachzubilden und Neues zuschaffen. Durchs ganze Land ging ein freudiges Wiedererwachender Künste und Wissenschaften (Renaissance). Die neueitalienische Baukunst schuf in Rom das mächtigste Gotteshaus der Welt,den St. Petersdom. Seine Kuppel baute Michelangelo, einerder gewaltigsten Künstler, die je gelebt haben. Der berühmteste Malerjener Zeit war Rafael Santi, auch der Göttliche genannt. DieHeimat lEr größten italienischen Dichter, Künstler und Gelehrten wardas Land Toskana mit der Hauptstadt Florenz. Hier war die Bil-dung so Verbreitet, daß selbst die Eseltreiber Verse des Dichters Danteauswendig wußten. Die freien Bürger von Florenz verdankten ihren