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Die Reformationszeit.
Reichtum besonders der Seidenindustrie, die sie in 270 Fabrikenbetrieben. Florenz war auch lange der größte Geldplatz Europas,wo man zuerst den Goldgulden prägte (ü.). Seit der Römerzeit warenim Abendland selten mehr Goldmünzen geprägt worden.
:.Neue Wissenschaften erblühten in diesem Zeitalter des
: : Humanismus. Human heißt menschlich und Huma-
: ^ nismus alles, was den Menschen und seine Veredlung
angeht. Deutschland folgte dem Beispiel Italiens. War dieses dasLand der höchsten Kunst, so wurde jenes die Heimstätte einer tiefen,gründlichen Gelehrsamkeit. Als Konstant in vpel 1453 von denTürken eingenommen wurde und viele gelehrte Griechen nach Italien
flüchteten, da lernte man hier fleißiggriechisch. Doch kein Italiener verstanddie Sprache der Hellenen so gründ-lich wie der Gelehrte Erasmus,der in Basel lebte. Er gab das NeueTestament in griechischer Sprache neuheraus, eine Vorarbeit für Luther,als er die Bibel übersetzte. Diespätere Kirchenerneuerung wäre über-haupt nicht möglich gewesen ohnedie vorausgehende Renaissance. Auchsprach und schrieb Erasmus dasLatein so meisterlich, als wäre er sel-ber ein gebvrner Römer. Er ver-faßte auf lateinisch ein Spottbuch, „dasLob der Narrheit", und geißeltedarin besonders die Sittenlosigkeitund Unwissenheit der Klostergeistlichenmit ihrem „Küchenlatein". Hattendie Mönche ihre Aufgabe vergessen,so war der Lerneifer beim Bürgertum mächtig gewachsen. In denStädten entstanden Bürgerschulen, an vielen Orten auch Hoch-schulen. Emsig bemühten sich die Männer der neuen Wissenschaft, dieHumanisten, im Volke Bildung zu verbreiten. In den Schulen desMittelalters hatte man meist nur ein einziges Fach gelehrt, die Religion.Die Sprachen wurden erlernt zum Lesen der heiligen Schriften. Durchdie Humanisten traten auch die andern Fächer in ihr Recht ein:Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften usw. Alles, was menschlichgut und schön war, sollte in den Schulen vom Volk erlernt werden.Auch die Kunst wurde in Deutschland gepflegt. Neben Erasmus, demgrößten deutschen Gelehrten, lebte in Basel auch einer der berühmtestenKünstler, der Maler Hans Hvlbein. Die Madonna von Holbeinim Museum zu Solothurn ist eines seiner besten Gemälde. Ebenso be-rühmt als Maler war Albrecht Dürer in Nürnberg. Es war eine
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