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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Die Reformationszeit.

böte hielten und Freitags Fleisch aßen. Gleich wie Luther, stellteer die Bibel höher als das Papstwort. Den Fastenstreit zu stillen,ordnete der Rat ein Religionsgespräch an. Er wollte wissen,wie er sich zu entscheiden habe. Alle Geistlichen des Kantons, derBischof von Konstanz und die Eidgenossen wurden zur Disputationeingeladen. 600 Personen erschienen auf dem Rathaus zu Zürich.Der Bischof schickte seinen Stellvertreter Faber. Zwingli hatte seineLehre in 67 Sätzen zusammengefaßt und darin eine ganz neueKirchenvrdnung aufgestellt. Er saß an einem Tisch allein bei auf-geschlagener Bibel, im Halbkreis um ihn herum die RatsmitgliederDer Bürgermeister eröffnete die Versammlung, dann erklärte Zwingliseine Sätze. Jedem wollte er Rede stehen, der etwas Urschriftlichesdarin fand. Faber erklärte, nur ein Konzil habe das Recht, übersolche Dinge zu reden und zu entscheiden. Das bestritt ihm Zwingli.Das Evangelium sei eine Sache des „großen Haufens", es gehealle Gläubigen an. Faber versuchte dann dies und jenes zuerwidern. Er zeigte sich aber seinem Gegner an Schristkenntnis nichtgewachsen. Der Rat beschloß nun: Meister Zwingli solle zu lehrenfortfahren wie bisher, und auch seine Amtsgenossen sollen nur predigen,was sie aus der Schrift erweisen können. Das war die LossageZürichs von der römischen Kirche. Eine zweite Disputationim Herbst des gleichen Jahres 1528 ergänzte noch das, was man ander ersten besprochen hatte.

Ein Freund Zwinglis, der Komtur Schmidvon Küßnacht, warnte davor, alte Bräuche,> die dem Volk lieb geworden waren, vor-schnell abzuschaffen. Davor hütete sichder Rat von Zürich. Das Volk wurdegründlich belehrt. Dann erst nahm er behutsam die Wandlung deräußern Kirchenvrdnung vor. Bei jedem wichtigen Schritt ließ er dieGemeinden und Zünfte um ihre Meinung anfragen. Mitdem Willen des Volkes wurde die Reformation in Zürich durchge-führt. Als letztes wurde zu Ostern 1525 die Messe abgeschafft unddurch das Abendmahl ersetzt; dieses sollte nach Zwinglis Ansicht eineErinnerungsfeier sein. Das Klostergut bestimmte der Rat zum Unter-halt der Schulen, der Spitäler und der Armen. Das Chorherren st istzum Großmünster, wo vorher 60 Geistliche meistenteils müßig gingen,wandelte er in eine höhere Lehranstalt um. Hier erteilte auch Zwingli

4. Die Aeformation wird inZürich durchgeführt.Wiedertäufer und Mauern.Zwinglis häusliches Leben.