VII. Die Reformation in der Westschweiz.
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trat ein. Die Unlust am Krieg nahm überhand, den der gemeineMann einen „Krieg der Pfaffen" nannte. Das Volk der Zürcherund Berner forderte drohend den Abschluß des Friedens. Man schloßden zweiten Kappeler Landfrieden: Jede Partei soll dieandere bei ihrem Glauben unangefochten lassen. Die Parität bleibtbeibehalten. Die freien Ämter, auch Uznach, Gaffer und Rapperswil,sind vom Frieden ausgeschlossen. In den andern gemeinen Herr-schaften kann reforiniert bleiben, wer es schon ist. Katholische Minder-heiten in den Gemeinden behalten ihren Gottesdienst. Das Christ-liche Bnrgrecht wird aufgehoben, die Reformierten tragen die Kriegs-kosten.
. ^ Die Zehre verschwand aus allen Landes-
7 gegenden, die vom Frieden ausgeschlossen waren.
Auch in den andern machte sie wieder Rückschritte. NengläubigeMinderheiten in Gemeinden der gemeinen Herrschaften hatten keinenSchutz. Die Abtei St. Gallen wurde wieder in alle ihre Rechte ein-gesetzt. Von den Mischen Untertanen blieben nur die Obertoggen-burger reformiert. Auch in Solothnrn siegte die alte Lehre. Nurdas Bucheggamt blieb reformiert, weil hier Bern die Geistlichen ein-setzte. In der Stadt Solothnrn waren die Neuglänbigen ziemlichzahlreich. Ein Bürgerkrieg wollte 1533 losbrechen. Schultheiß Wengistellte sich vor eine gegen die Reformierten gerichtete Kanone: „WennBürgerblnt fließen soll, so fließe das meine zuerst!" Dieser Opfer-mut bemeisterte den Unfrieden. Es kam nicht zum Blutvergießen.Wengi gab ein schönes Beispiel der Verträglichkeit zwischen denKonfessionen. Es war für das Schweizcrvolk nicht immer leicht, diesesBeispiel zu befolgen. Der Kappelerkrieg war leider nicht der letzteunserer Religionskriege.
Dergl. Leseb. 1. Bd. S. 430 „Der Rappe des Komturs".
VII. Die Weforrncrkion in der Westschweiz.
.............. 2 )^.^ Unglück bei Kappel hatte die neue
: Lehre im Osten und Norden der Schweiz viel: Boden verloren. Doch Bern machte den Schaden
. . . wieder gut. Es gewann ihr den größten Teil
der Westschweiz. Die bernischen Staatsmänner setzten sich zumZiel, alles Gebiet bis zur Jura grenze in Besitz zu nehmen. Sie
Gründer und Brngqer. Geschichte. 1Z
! 1. Mcrns Ziele.: Aarck in Aelen: und Wurtcn.