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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Die Reformationszeit.

Er bat ihn sv flehentlich, doch in Genf zu bleiben und ihm zu helfen,daß Calvin die Weiterreise aufgab und blieb. Es ivar Farel zuschwer geworden, unter den leichtlebigen Genfern eine gründlicheBesserung der Sitten und der Kirchenordnung durchzuführen. Nunhatte er den richtigen Helfer gefunden. Mit einem gewaltigen Ernstging Calvin an die Arbeit. Er machte aus Genf einen neuen Mittel-punkt der Reformation neben Zürich und Wittenberg. Die BernerBräuche, denen Genf bei seiner Kirchenänderung gefolgt war, fander nicht streng genug. Er wollte sie ändern und schärfen. Das gab

indessen der Rat von Genf nicht zu.In ihrem Eifer übertraten Calvin undFarel die Gebote der Regierung. Siewurden aus der Stadt gewiesen. Fa-r e l ging nach Neuenburg und bliebdort bis an sein Lebensende. Calvinzog nach Straß bürg und war dortPfarrer einer welschen Flüchtlings-gemeinde.

j K. Hakvin, der dritte große f: Reformator 1501»—I5K4. s

Genf spürte aber bald, wie vieles an Calvin verloren hatte. Die alteLehre wollte sich sogar wieder einschleichen. Die Zügellosigkeit nahmüberhand. Nach langem Bitten ließ sichCalvin bewegen, nach Gens zurückzukehren. Ganz nach seinemSinn und Willen ordnete er nun die Genferkirche. Er gab ihr einebesondere Behörde, den Kirchenrat. In allen Kirchgemeinden derreformierten Schweiz ist diese Behörde eingerichtet worden. DieserRat sah darauf, daß jeder die Kirche fleißig besuchte. Er über-wachte den Lebenswandel des einzelnen Bürgers. So strengwaren die Sittengesetze in Genf, daß nicht nur eigentliche Vergehen,wie Trunksucht u. a., bestraft wurden, sondern auch unschuldige Ver-gnügungen, wie Volksfeste, Tanz und Theater. Calvin war kein sovolkstümlicher, leutseliger Mann wie Zwingli. Anheimelnd war seinWesen nicht, vielmehr herb und streng. Mit sich selber und seinerPflicht nahm er es am allerstrengsten; er forderte nichts für sich.

Zohsnn Lslvin.