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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Zeitalter der großen Revolution bis 1815.

5. Per 5. März. Der Sieg SeiMeuenegg. Kämpfe Sei Arau-brunnen und im Hrauyotz.Wern beseht und beraubt.

Brunes Truppen suchten den Über-gang über die Sense zu erzwingen.Eine Abteilung drang gegen Laupenvor, aber die Beruer schlugen sie zu-rück. Die Hauptmacht setzte in derMorgenfrühe des 5. März bei Neuenegg über den Fluß, trieb diebeimischen Posten durch den Wald. Vvr sich her und rückte bis Ober-wangen vor. Nun gelang es dem Generaladjutanten Weber (vonBrüttelen im Seeland) und dem Obersten von Grafs enried beiBern einige Kompagnien Schützen zu sammeln. Wer irgend Waffentragen konnte, schloß sich an. Sicher zielend, jagten die Oberländer-schützen den Feind durch den Forst rückwärts. Mit wuchtigemBajonettangriff und geschwungenen Kolben warfen dann die 2000Berner mutvoll das Heer der Franzosen den Hügelhang bei Neuenegghinunter und trieben es über die Sense zurück. Achtzehn Kanonenhatten sie erbeutet. Sie schickten sich eben au, den Feind auf demandern Senseufer weiter zu verfolgen, als ein Dragoner die Mel-dung brachte: Bern sei in Feindeshand übergegangen. Voll bitternSchmerzes zerstreuten sich die Sieger und kehrten heim. AmMorgen des gleichen 5. Märzen hatte auch Schaueuburgs Heer denWeg (von Svlothurn) nach Bern angetreten. Bei Fraubrunnenstellten sich ihm einige beimische Bataillone entgegen. Bald wurdensie überflügelt und mußten sich zurückziehen. Mit einem letztenRest treuergebener Truppen, kaum tausend Mann, hielt GeneralErlach den Engpaß im Grau holz besetzt. Ihm hatte sich Schult-heiß Steiger beigesellt. Sie feuerten die kleine Schar zu tapferemWiderstand an. Dem Frvntangriff hielt sie mutig stand; doch wußtesie der Feind zu umgehen. Sie loste sich dann auf und zog sichdurch den Wald zurück. Auf dem Breitfeld bei Bern wurden dieletzten Schüsse gewechselt. Dann hat sich Bern, das niebezwungene,dem Feind ergeben. Erlach enteilte nach dem Oberland, um dortneuen Widerstand zu entfachen. Zu Wichtrach fiel er in die Händewütender, meuterischer Landstürmer, die ihn ermordeten. Wenigfehlte, so hätte den letzten Schultheißen des alten Bern das gleicheSchicksal getroffen. Auch Steiger wandte sich dem Oberland zu. Erverließ die Schweiz und starb in der Fremde. Um ein Uhr nach-mittags, den 5. März, zogen die Franzosen in Bern ein. Nahe beimRathaus wurde eiu Freiheitsbaum errichtet. Darm giug es an die