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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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345
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I. Das Revolutionsjahr 1848.

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„ i : Wie ein Lauffeuer ging die Kunde von

3. Are War,tage in : ^ ^ ^ ^

: der Februarrevolution durch Europa. Am

Merlin, und Mailand. : 13. März brach in Wien ein Aufstand

. ..t aus. Metternich mrißte entfliehen. —

Studenten und Arbeiter hatten sich gegen sein Willkürregiment er-hoben und forderten Preßfreiheit, Volksbewaffnung, Volksvertretungund namentlich eine Reichsverfassung. Kaiser Ferdinand I. ver-sprach dem Volk, eine solche zu gewähren. — Am 18. März gingder Aufstand in Berlin los. Abgeordnete dieser Stadt begaben sichins Schloß zu König Friedrich Wilhelm I V. und ersuchten ihn, ermöge Preußen eine freiheitliche Verfassung geben und zugleich helfen,die deutsche Einheit herzustellen. Friedrich Wilhelm sagte ihnen, ersei bereit, ihren Wunsch zu erfüllen. Freudetrunken versammelte sichvor dem Königspalast eine große Volksmenge; doch waren die Zu-gänge zum Schloß von Soldaten streng bewacht. Plötzlich fielen zweiSchüsse. Das Volk stob auseinander in der Meinung, es sei verraten.Sogleich entbrannte ein wütender Barrikadenkampf, der 216 Menschendas Leben kostete und bis tief in die Nacht fortdauerte. In der Morgen-frühe befahl der König den Truppen, sich zurückzuziehen. Er hielt danneinen Umzug in der Stadt, sprach versöhnliche Worte und gelobte'demVolk, Preußen werde in der Einigung Deutschlands vorangehen.

Den blutigsten Aufstand in diesen Märztagen erlebte Mailand.Die österreichische Herrschaft war in der Lombardei und in Venetienfurchtbar verhaßt. Ganz offen erscholl der Ruf: „Hinaus mit denBarbaren!" Am 18. März griffen die Mailänder zu den Waffen undkämpften in ihren Straßen fünf Tage lang wider die Truppen des82jährigen berühmten Feldmarschalls Radetzki. Sie zwangen ihn,mit seiner österreichischen Besatzung die Stadt zu räumen. Er zog sichnach vier starken Festungen südlich vom Gardasee zurück. Die letzteStunde österr. Herrschaft auf der schönen Halbinsel schien geschlagen zuhaben. In ganz Italien gärte es schon lange. — Seit dem Januar 1848war Sizilien im Aufstand begriffen wider Ferdinand II. vonNeapel. Dieser wäre sogar in seiner Hauptstadt Neapel seines Lebensnicht sicher gewesen ohne die Söldnertreue von vier Schweizerregi-mentern. Unter diesen genoß das vierte, bernische, das meiste Ansehen.Ferdinand war als Jüngling im Erziehungsheim Fellenbergs zu Hof-wil geschult worden; er konnte mit seinen Söldnern kerndeutsch ver-kehren. Den Neapolitanern mußte er eine freiheitliche Verfassung geben.