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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Vom Jahr 1848 bis zur Gegenwart.

Frankfurt g M. war die Stadt, wo seit 1815Sakrament."*" ^ jeweilen der Bundestag zusammenkam, die

„„„„„„. Vertretung der Fürsten und Regierungen in den

39 Staaten und Stätchen des deutschen Bundes. — Ein mächtigerDrang nach Einheit ergriff das deutsche Volk. Die Fürsten wareneine Zeitlang diesem Dränge gegenüber ohnmächtig, sie mußten ihmden Lauf lassen. Der Bundestag selber ordnete die Wahlen zumersten deutschen Volksparlamente an. — Am 18. Mai 1848versammelten sich die Abgeordneten Deutschlands in der Paulskirchezu Frankfurt a. M. und tagten hier bis Ende Mai 1849. Wie dieSchweizer, so wollten jetzt auch die Deutschen ihren lockern Staaten-bund, der ganz von Wien abhängig war, in einen kräftigen Bundes-staat umwandeln. Seit den Märztagen hatte das deutsche Volk inden meisten Staaten wichtige Rechte erlangt. Nun arbeiteten seineAbgeordneten in Frankfurt — es waren lauter hervorragende Männer— fürs gesamte deutsche Reich eine Bundesverfassung aus. Andie Spitze dieses Reichs sollte wieder ein Kaiser treten. Im März1849 wählte die Versammlung Friedrich Wilhelm IV. zum erb-lichen deutschen Kaiser. Österreich sollte von diesem neuen deutschenReiche ausgeschlossen sein, wogegen es gewaltig protestierte; denn eswollte die Leitung Deutschlands nicht aus der Hand geben. DerPreußenkönig wagte nicht, die ihm dargebotene Würde anzunehmen.Friedrich Wilhelm war kein Mann der Tat. Er sprach verächtlichvon der Krone, die ihm das Parlament anbot, sie sei nur ein ausLehm gebackener Reif. Die ganze Arbeit des Frankfurter Parlamentsschien fruchtlos gewesen zu sein. Es mußte sogar erleben, daß eindeutsches Gebiet, Schleswig - Holstein, an Dänemark preisgegebenwurde, daß Preußen seine Truppen vor diesem Kleinstaat zurückzog,weil der Zar von Rußland es wünschte. Die Einigung Deutschlandsblieb einstweilen nur ein schöner Traum. Der Bundestag kehrtewieder; Österreich führte, wie früher, die Vorherrschaft. Solangediese fortdauerte, war keine Einigung möglich. Die Sehnsucht nachEinheit blieb aber wach in den Herzen aller deutschen Vaterlands-freunde. Ein deutscher Dichter erhob die Frage:

„Wann? ja wann erscheint der Meister,Der, o Deutschland, dich erbaut.

Wie die Sehnsucht edler GeisterLange schon dich vorgeschaut?

Eins nach außen, schwertgewaltig,Um ein hoch Panier geschart,

Doch nach innen manigfaltig,

Zeder Stamm nach seiner Art."