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Vom Jahr 1848 bis zur Gegenwart.
kleideten Kossuth mit der Diktatur. Ihr bester Anführer war Görgey.Er schlug die Österreicher mit Wucht zurück. Diese vermochten der Ungarnnicht allein Meister zu werden. Franz Josef bat nun den russischenKaiser um Beistand. Zar Niklaus I. gewährte ihn gern. Sein eigenesLand war von der Revolution ganz unberührt geblieben. 120,000Russen kamen den 150,000 Österreichern zu Hilfe. Vor solcher Übermachtstreckten die Ungarn ihre Waffen. Görgey ergab sich den Russen beiVillägvs (1849). Kossuth entfloh in die Türkei. Ungarn verlor seineFreiheit, und viele seiner Führer wurden erschossen, verbannt oder ein-gekerkert. Der Kaiser war wieder absoluter Herr im Land, doch hob erzu dieser Zeit die Leibeigenschaft in Österreich auf. — So bliebdenn die Schweiz das einzige Land, in welchem die Umwälzung dieserJahre geglückt war, und wo der politische Fortschritt sich behauptet hatte.
II. "Napoleon III. und der Krimkrieg.Der Weuenkurgerhandet.
1. <^ouis NapoleonsStaatskreilk.
Der Sohn Napoleons I. war schon im
Jüng-
lingsalter gestorben. Fortan betrachtete sich Louis: Napoleon als Haupt der Familie Bonaparte
und thronberechtigten Erben. Unablässig studierte er in den Jahren seinerVerbannung die Reden und Taten seines großen Vorbilds. Er schriebverschiedene Schriften, um die Augen der Franzosen auf sich zu lenken.Zweimal machte er einen vergeblichen Versuch, L. Philipp vom Thron zustürzen. Die 48er Revolution führte ihn aus der Verbannung zurückund hob ihn auf den Präsidentenstuhl der zweiten Republik. DiesesAmt galt aber dem ehrgeizigen Manne nur als Vorstufe zum Thron.Laut Verfassung sollte er es nach vier Jahren wieder niederlegen. Erwar entschlossen, die Macht nicht wieder aus der Hand zu geben. Aufseinen Rundreisen durchs Land hörte er es gern, wenn man ihn als Prinzenbegrüßte, oder noch lieber, wenn ihm die Truppen in ihren Lagern dasVive I'empsrsur! zuriefen. Er machte sich die höchsten Generäle und denKriegsminister zu Vertrauten. Auf den 2. Dezember 1851 war alles zumStaatsstreich vorbereitet. Früh morgens verhaftete die Polizei 78republikanisch gesinnte Mitglieder der Nationalversammlung. Diese sei einHerd von Verschwörern, las man auf den Anschlagesäulen. Die Pariserließen sich das ruhig gefallen. Erst am 4. Dezember erhoben sich einigeBarrikaden, die, schwach verteidigt, von den Truppen um so ärger be-schossen wurden. Viele Wehrlose wurden niedergemacht, Tausende vonGefangenen nach Cayenne abgeführt und die Führer der Republikanerverbannt. Eine Volksabstimmung fand statt. Mit 7'/» Millionen Jawählten die Franzosen Louis Napoleon zuni Präsidenten auf zehn Jahre.Dieser stand seinem letzten Ziele nicht mehr fern. An einem Festmahl zuBordeaux äußerte er ganz unverhohlen: „Viele Leute sagen, das Kaiser-