I. Das Revolutionsjahr 1848/49.
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- Die Italiener setzten ihre ganze Hoffnung auf: den piemontesischen König Karl Albert.: Nach der gelungenen Mailänderrevolution
. ^ rückte dieser wirklich an der Spitze seines
Heeres in Lombardo-Benetien ein, um die Österreicher vollends aus Italienzu vertreiben. Aus allen Teilen der Halbinsel strömten ihm Freiwilligezu. Josef Garibaldi eilte mit einigen Gleichgesinnten sogar ausSüdamerika herbei. Der König von Neapel und der Papst mußten aufdas Drängen ihrer Völker Zuzug an den Po schicken. Radetzki be-fand sich in der schlimmsten Lage. Im Feindesland stand er ganz ver-lassen, da in Österreich selber der Aufstand tobte. Er war aber demKönig von Sardinien an Feldherrntalent weit überlegen. Karl Albertverstand nicht, einen einzigen seiner Vorteile auszunutzen. Deshalb mußtedas italienische Volk bald die bittersten Enttäuschungen erleben. Zuerstbekam der König von Neapel über seine Untertanen die Oberhand. SeineSchweizerregimenter schlugen sich aufs tapferste bei Messina, Cataniau. a. O. Sie überwältigten die Sizilianer. Nun rief Ferdinand II. seinHeer vom Po zurück. Dasselbe tat auch Papst Pius IX., der von derSache der Freiheit abfiel und mit französischer Hilfe seine Macht imKirchenstaat neu befestigte. Unterdessen bekam Radetzki Verstärkungen.Er brach aus seinem Festungsviereck vor und besiegte Karl Albert inzwei blutigen Schlachten (Custozza, Novära). Karl Albert übergab, vomLeid gebeugt, die Krone seinem Sohne Viktor Emanuel II. Dieserhob sein Land durch eine gute Verfassung und viele Neuerungen. Jrnübrigen Italien blieb einstweilen alles beim Alten.
5. Kark Albertvon Sardinien-Memontund Aadetzki.
Während die Deutschen und Italiener sich um die! Einheit ihres Landes heiß bemühten, geschah inn rUngarn. ^ Österreich gerade das Umgekehrte. In dem öster-
reichischen Völkergemisch strebte alles auseinander. Jeder Volksstammwollte sich selbst regieren. In den stürmischen Märztagen 1848 ertrotztensich die Ungarn vom Kaiser Ferdinand I. eigene Verwaltung, eigeneMinister und besondere Vorrechte. Finanzminister Kossuth (spr. küschut),ein Staatsmann von wunderbarer Beredsamkeit und großer Freiheits-liebe, war damals der wichtigste Mann in Ungarn. Sein Ziel war dievöllige Abtrennung Ungarns von Österreich. Er trieb sein Volk zureiligen Rüstung an ; denn das Kaisertum in Österreich erstarkte wieder.Fürst Windischgrätz schlug im Oktober 1848 einen neuen Aufstandder Wiener blutig nieder. Die Hvfpartei wollte nun den Ungarn ihrebesondern Rechte wieder wegnehmen. Sie erhob an Stelle des schwach-sinnigen Ferdinand den jungen Franz Josef I. auf den Kaiserthron.Mit jesuitischer Unaufrichtigkeit behaupteten die Höflinge, Franz Josefbrauche die Zusagen nicht zu halten, die sein Vorgänger den Ungarngemacht hatte. Windischgrätz rückte mit seinem Heer die Donau ab-wärts. Mit größter Tapferkeit wehrten sich die Ungarn für ihre Selb-ständigkeit. Sie erklärten sich los vom Hause Habsburg und be-