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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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365
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V. Die neue Schweiz.

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3. Münzen und Maße.Kolytechniknm. ILundesyaus.

Nachdem die Franzosen und Österreicher durch die West- und OstalpenEisenbahnen angelegt und ihre Verbindung mit Italien hergestellt hatten,mußte auch die Schweiz an einen Alpen durch st ich denken. Man fragtesich, welcher Paß den Vorzug verdiene, ob der Simplon oder der Gotthard,der Lukmanier oder der Splügen. Wegen dieser Frage unterhandelte dieSchweiz lebhaft mit Italien und Deutschland. Man entschied sichfür den Durchstich des Gotthard, weil dieser am zentralsten gelegen ist.Bei solch gewaltigem Werk mußte der Bund mitwirken. Er schloß mitItalien und Deutschland Verträge ab. Diese Staaten leisteten einen Bei-trag von 85 Millionen. Das ganze Werk, eine großartige Leistung derJngenieurkunst, kostete bei 240 Millionen Franken. Der Hauptunter-nehmer und Führer der Gotthardbahngesellschaft war Alfred Eschervon Zürich. Ihm stand für den Verkehr mit dem Ausland BundesratEmil Welti tatkräftig zur Seite. Den großen Tunnel baute der GenferLouis Favre, ein Mann, der sich mit zäher Tatkraft vvm geringenArbeiter zum großen Unternehmer aufgeschwungen hatte. Der Durchschlagerfolgte im Februar 1880, und der Betrieb begann im Mai 1882.

Da das Zoll Wesen an den Bundüberging und die Tarife bestimmtwerden mußten, so hatte sich dieEidgenossenschaft zu beeilen, ihre Münzen, Maße und Gewichte zuvereinheitlichen. Wohltätig war namentlich die Neuordnung der Münzennach dem französischen Frankensystem; denn das Münzwesen in derSchweiz war schauerlich verwirrt. Eine gewaltige Arbeit war es, von1850—52 die 06 Millionen älterer Münzstücke einzuziehen und umzu-wandeln. Im Jahre 1865 schloß sich die Schweiz auf Einladung Napo-leons III. dem lateinischen Münzvcrtrag zwischen Frankreich,Belgien, Italien und Griechenland an. Diese Staaten und die Schweizverpflichteten sich, ihre Gold- und Silbermünzcn nach gleichem Schrotund Korn zu prägen. Was die Maße betrifft, so einigte man sich zuerstauf das sog. Schweizer maß (Fuß und Zoll); erst 1875 wurde dasMetermaß als verbindlich erklärt. — Eine eidgenössische Hochschulehat der Bund bis zur Stunde nicht errichtet; die Welschen und dieKatholiken waren dem Plan zuwider. Doch wurde ein Polytechnikumgegründet, dessen Kurse 1855 begannen: nenn Jahre später war dasneue Lehrgebäude fertig, das eine Zierde der Stadt Zürich bildet.Schon vorher 1858 war der Bundespalast in Bern bezogen worden,das westliche der heutigen Bundeshäuser. 1902 siedelten die eidgenössischenRäte nach dem prächtigen Mittelbau über, dessen erbabcne Kuppel sostolz zum Firnenkranz der Alpen hinüber schaut. — Eine treffliche Ein-richtung seit 1848 sind die regelmäßigen Volkszählungen, die überso vule Zustände des wirtschaftlichen Lebens Licht verbreiten. VieleMillionen hat der Bund für Gcwässcrkvrrekiionen, Gebirgsstraßen, Brücken,Hochgebirgsverbauungen ausgegeben und dadurch die Wohlfahrt des Landesgefördert.